Film Noir und Psychoanalyse

Subversive Sexualitäten - Filmvorführung und Diskussion

 

Verstörungen der Idylle: THE RECKLESS MOMENT (US 1949)

R: Max Ophüls
D: Joan Bennett, James Mason

Einleitung und Moderation: Kultur- und Filmhistoriker Frank Stern
Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

Montag, 22. Juni 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

Eintritt frei und freie Platzwahl, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern

 

 

Shades of Hate: THE BIG COMBO (US 1955, dt. UT)

R: Joseph H. Lewis
D: Cornel Wilde, Richard Conte, Jean Wallace, Lee van Cleef

Einleitung und Moderation: Kultur- und Filmhistoriker Frank Stern
Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

Montag, 29. Juni 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

Eintritt frei und freie Platzwahl, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern

 

 

Princeton Talks

 

The Globalization and Development of Psychoanalysis. Vortrag in Englisch von Felix de Mendelssohn in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei.

9. Juni 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

 

 

Is Totalitarianism a Secular Religion? Hannah Arendt in the Cold War. Vortrag in Englisch von Anson Rabinbach in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei.

16. Juni 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

 

 

A Farewell to Arms: Joseph Roth's Radetsky March. Vortrag in Englisch von Marjorie Perloff in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei.

1. Juli 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

 

 

Politics and Madness. Vortrag in Englisch von Laure Murat in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei.

7. Juli 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

 

 

Towards a politics of re-veiling. Vortrag in Englisch von Gohar Homayounpour in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei.

14. Juli 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum

 

 

Detailliertes Programm zum Download (PDF)

 

 

Witnessing Trauma

Konferenz im Sigmund Freud Museum und an der Medizinischen Universität Wien in englischer Sprache

 

Vorträge und Workshops in englischer Sprache mit Françoise Davoine, Ghilaine Boulanger, Thomas Wenzel, Jeanne Wolff Bernstein und Katharina Leithner-Dziubas

 

Vorträge: Donnerstag, 18. Juni 2015, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien
 
Workshops: Freitag, 19. Juni 2015, 14 Uhr
Medizinische Universität Wien (MUW)
Jugendstilhörsaal, MUW, Spitalgasse 23

 

Detailinformation und Anmeldung: wollmann.andreas@gmail.com
 
Eintritt:
Vorträge: frei
Workshops: 75 Euro, 50 Euro (Studenten)


Detailliertes Programm zum Download (PDF)

 

Latenz. Das „goldene Zeitalter“ der Kindheit.

Psychoanalytische Entwicklungstheorie nach Freud, Klein und Bion

Buchpräsentation von Gertraud Diem-Wille und Gespräch mit Stephan Doering

 
2. Juni 2015, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei und freie Platzwahl, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

In Kooperation mit der Sigmund Freud Gesellschaft


 
Unter Latenzzeit versteht man in der Psychoanalyse jene Phase zwischen dem sechsten und elften Lebensjahr, in der eine Beruhigung der psychosexuellen Entwicklung eintritt: Im Unterschied zur ödipalen Phase und zur Adoleszenz treten die libidinösen Wünsche in den Hintergrund. Das (Schul-)Kind versucht, seinen Platz in der Welt zu finden, es gewinnt an   Selbständigkeit und neuen intellektuellen Fähigkeiten. Entwicklungsfreude und Lust am Lernen bestimmen die ideale Entwicklung dieses „goldenen Zeitalters der Kindheit“ (Sigmund Freud). Allerdings können auch bisher unsichtbare frühe Störungen aktualisiert werden, die sich als Lernprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, Wutanfälle oder Tendenzen zu Rückzug oder Gewalttätigkeit äußern.

Humorvolle Alltagszenen aus dem Familienleben illustrieren diese Geisteshaltung der Latenz, die ein Leben lang wichtig sein kann. Beispiele aus Kinderanalysen lassen die analytische Hilfe lebendig werden und zeigen, wie Ängste im Spiel durchgearbeitet werden können.

 

Mit Gertraud Diem-Wille diskutiert der Psychoanalytiker Stephan Doering, Univ. Prof. für Psychoanalyse und Psychotherapie (MedUni Wien) und Präsident der Sigmund Freud Gesellschaft.

 

Getraud Diem-Wille, Univ. Prof.,i.R. lehrt Psychoanalytische Pädagogik, an den Universitäten Wien und Klagenfurt. Sie ist Lehranalytikerin der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Zu ihren Veröffentlichungen zählen u.a. Das Kleinkind und seine Eltern. Psychoanalytische Perspektiven der Säuglingsbeobachtung (Stuttgart 2009, 2. Aufl.), Die frühen Lebensjahre. Psychoanalytische Entwicklungstheorie nach Freud, Klein und Bion, Kohlhammer Verlag (Stuttgart 2013, 2. Aufl.) sowie der Sammelband Methoden der psychoanalytischen Beobachtung. Über die Bedeutung von Containment, Identifikation, Abwehr und anderen Phänomenen in der psychoanalytischen Beobachtung  (Hg. gemeinsam mit Agnes Turner, Wien 2012).

Freud On Display

Podiumsdiskussion mit Karl-Josef Pazzini, Dorothee Richter und Michaela Wünsch

Moderation: Monika Pessler, Direktorin des Sigmund Freud Museums

5. März 2015, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei

Gedenkstätte und Erinnerungsort, monografisches Museum und Wissenschaftsstandort, Bibliothek und Kunstsammlung – dem Sigmund Freud Museum werden seit seiner Eröffnung 1971 unterschiedliche Erwartungshaltungen zuteil. Obwohl es sich bei den ehemaligen Praxis- und Privaträumen von Sigmund Freud um einen materiell beinahe zur Gänze „entkernten Erinnerungsort“ handelt: 1938 konnte die Familie Freud auf ihrer Flucht ins Exil ihr gesamtes Interieur einschließlich der Bücher, der berühmten Antikensammlung und der Couch – der Ikone der Psychoanalyse schlechthin – nach London mitnehmen. Daher präsentiert sich das Museum heute als „house museum without objects“. Die Leerstellen des Museums unterstreichen einerseits seine Mängel, andererseits zählen sie zu den konstituierenden Parametern dieses Orts. Ohne diese Spuren des Verlustes, ohne die Kennzeichnung des Nicht-mehr-Sichtbaren würde die Institution Gefahr laufen, ihre eigene Geschichte zu leugnen – ja, zu hintertreiben. Darüber hinaus erweisen sich diese „Mangelerscheinungen“ im Zuge der Rezeption von Freuds Leben und Werk vor Ort als äußerst konstruktiv: Sie sind mitverantwortlich für jenen Überschuss an Bedeutungen, Wünschen, Erinnerungen, Fantasmen und Projektionen, die mit diesem Museum untrennbar verknüpft scheinen und als psychoanalytische Begriffe die BesucherInnen in medias res führen.

Dieser Befund tröstet jedoch nicht über den Umstand hinweg, dass das derzeitige Museumssetting auf knapp 280 m2 dem jährlichen Besucherandrang von über 80.000 Gästen sowie zeitgemäßen Museumsstandards nicht mehr gerecht wird. Die in den 1980er Jahren gestaltete Dauerausstellung informiert zwar über biographische Stationen Freuds und so manchen Werktitel, vermittelt jedoch kaum, wie sehr Sigmund Freud und die von ihm entwickelte Psychoanalyse das kulturelle Selbstverständnis des Menschen veränderte, formte und bis heute prägt. Die Neugestaltung der Dauerausstellung in einer vergrößerten Ausstellungsfläche ist daher unabdingbar – und wirft grundlegende Fragen auf wie: Welche musealen Darstellungsformate können Freuds Vermächtnis bzw. signifikante Inhalte der Psychoanalyse vergegenwärtigen? Welche Bedeutung ist der monografischen Institution im Hinblick auf die Vermittlung und Aufbereitung unserer Geschichte zuzuschreiben? Welche Modi psychoanalytischer (Behandlungs-)Methoden eignen sich, um in den Museumsbereich und -besuch überführt zu werden? Welche neuen Technologien und medialen Vermittlungsformate können dabei zum Einsatz gelangen, welche nicht und warum? Wie lässt sich die Geschichte des Hauses mit Entwicklungen der gegenwärtigen Museumspraxis verbinden? Ist der Funktion eines bloßen Erinnerungsorts auch das Potential immanent, „Denk-Raum“ zu sein? Museumsdirektorin Monika Pessler lädt daher drei international renommierte ExpertInnen zum Gespräch, um diese Fragen zu diskutieren.

Karl-Josef Pazzini studierte Philosophie, Theologie, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Kunstpädagogik und arbeitet als Psychoanalytiker in Berlin und noch in Hamburg. Er war von 1993 bis 2014 Professor für Bildende Kunst und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Arbeits­schwerpunkte sind Bildung vor Bildern, Psychoanalyse & Lehren, Unschuld der Kinder, Schuld sowie das psychoanalytische Konzept der Übertragung.

Dorothee Richter ist Leiterin des Postgraduate Programme in Curating, der Züricher Hochschule der Künste, www.curating.org. Sie hat über Fluxus promoviert, sowie gemeinsam mit Ronald Kolb einen Film über Fluxus gemacht: „Flux Us Now, Fluxus explored with a camera“, http://www.fluxusnow.net/. Sie ist Herausgebering des Webjournals www.On-Curating.org, das sich kritisch mit Ausstellungspraxis und Theorie befasst.

Michaela Wünsch studierte Kulturwissenschaft und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte dort mit einer Arbeit zum Serienkiller als Medium des Unbewussten. Sie unterrichtete als Gastprofessorin an der Universität Wien u.a. Seminare zu Psychoanalyse und Film und arbeitet derzeit als Marie-Curie Fellow an einem Forschungsprojekt zu Wiederholung in Psychoanalyse und Fernsehen an der University of California Los Angeles und der Universität Potsdam. Sie ist Mitglied und Vorsitzende der Psychoanalytischen Bibliothek Berlin.

Lesekreis „Psychoanalyse avant la lettre. Sigmund Freud an Wilhelm Fließ“

Monatlich ab Februar 2015 jeweils am dritten Mittwoch im Monat von 19.30 – 21.00 Uhr im Lesesaal der Bibliothek des Sigmund Freud Museums:

Termine: 18. Februar 2015, 18. März 2015, 15. April 2015, 20. Mai 2015, 17. Juni 2015

Der Lesekreis richtet sich an Alle, die sich für Sigmund Freud und die Psychoanalyse interessieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch sollte die Teilnahme regelmäßig erfolgen.

Zu jedem Treffen werden ausgewählte Briefe von Freud an Fließ vorgelesen und aus psychoanalytischer und kulturhistorischer Perspektive diskutiert.

Anmeldung obligat: Bitte kontaktieren Sie Alexandra Dancasiu (a.dancasiu@freud-museum.at) unter kurzer Anführung Ihres Werdegangs sowie Darstellung Ihres Interesses am Lesekreis.

 

„Psychoanalyse avant la lettre. Sigmund Freud an Wilhelm Fließ“

„Verehrter Freund und Kollege! Mein heutiger Brief hat zwar einen geschäftlichen Anlaß; ich muß ihn aber mit dem Bekenntnis einleiten, daß ich mir Hoffnung auf Fortsetzung des Verkehrs mit Ihnen mache und daß Sie mir einen tiefen Eindruck zurückgelassen haben […]“ – so lautet der erste Satz des ersten Briefes von Sigmund Freud an Wilhelm Fließ vom 24. November 1887. Die erhoffte „Fortsetzung“ fand tatsächlich statt, und dies auf höchst ergiebige Weise: Über 300 Briefe und Manuskripte, die der Wiener Nervenarzt Freud an den Berliner Hals- und Nasenspezialisten Fließ adressierte, liegen heute vor. Diese im Herbst 1902 beendete Korrespondenz, von der leider nur der von Freud geschriebene Teil erhalten ist, dokumentiert die den intensiven intellektuellen Austausch zwischen den beiden Herren. In der Lektüre der Briefe Freuds an Fließ können heutige LeserInnen retrospektiv die Entstehung der Psychoanalyse miterleben, erprobt Freud doch seine neuen theoretischen Ideen an Fließ aus.“

Leitung: Daniela Finzi (Kulturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Sigmund Freud Museum) und Jeanne Wolff-Bernstein (Psychoanalytikerin und Vorsitzende des Beirates der Sigmund Freud Privatstiftung)

 



Memory vs. Utopia

Podiumsgespräch in englischer Sprache
mit Monika Pessler und Viktor Mazin

18. November 2014, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien

Im Rahmen der Vienna Art Week

Eintritt frei und freie Platzwahl, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

 

Viktor Mazin, Psychoanalytiker, Kunsttheoretiker und Direktor des "Sigmund Freud Dream Museum" in St. Petersburg wird im Gespräch mit Monika Pessler den Auswirkungen des Erinnerns auf die Erschaffung von Zeitgeist und Utopie in Kunst und Museologie nachgehen.

 Ausgehend von der Betrachtung der künstlerischen Zugänge von Sigalit Landau und Brandt Junceau werden die für die Entwicklung utopischer Ideen und Zukunftsvisionen unabdingbaren und wegweisenden Parameter von Erinnerungsprozessen und deren identitätsstiftendes wie auch identitätszersetzendes Potenzial ausgelotet. Steht in der Arbeit der israelischen Künstlerin Sigalit Landau auf den ersten Blick die persönliche Erinnerung im Vordergrund, um im nächsten Moment zum allgemein gültigen Symbol kollektiver Erfahrungswerte zu mutieren, beschreitet der New Yorker Künstler Brandt Junceau scheinbar den umgekehrten Weg, indem er einem Vandalen gleich – und in dieser Hinsicht Freud nicht unähnlich – sich der Historie, ihrer Bildfindungen und Ausdrucksformen bemächtigt, um diese im Akt des „creative use“ weiterzuentwickeln, wenn nicht zu überwinden.

 

Victor Mazin

Der praktizierende Psychoanalytiker ist der Gründer des Sigmund Freud Dream Museum in St. Petersburg und Chefredakteur der New Yorker Kunst- und Kulturzeitschrift Cabinet sowie im Herausgeberteam von Psychoanalysis (Kiew), European Journal of Psychoanalysis (Rom), Transmission (Sheffield) und Journal for Lacanian Studies (London). Der Institutsvorstand an der Abteilung für Theoretische Psychoanalyse am Ost-Europäischen Institut für Psychoanalyse, St. Petersburg, lehrt außerdem als Professor am Smolny Institute of Liberal Arts and Sciences in St. Petersburg und am Kiewer Institut für Tiefenpsychologie. Er hat zahlreiche Aufsätze und Bücher über Bildende Kunst, Psychoanalyse und Dekonstruktion veröffentlicht.

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung im Rahmen der Vienna Art Week
 

 

 

Der Mann, der sein Leben einem Traum verdankte. Ein Traumforscher erzählt

Buchpräsentation von Felix de Mendelssohn
Gespräch mit Mara Mattuschka
Moderation: Daniela Finzi, Sigmund Freud Privatstiftung
 
29. Oktober 2014, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei und freie Platzwahl, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at


 Buchcover Felix de Mendelssohn
Sigmund Freuds Traumdeutung (1900) gilt nicht nur in der Wissenschaftshistorie als eine Art „Gründungsdokument“ der Psychoanalyse, auch ihr Autor betrachtete sie stets als sein wichtigstes Werk. Gewiss ist es Freuds persönlichstes: Von den darin ca. 200 analysierten Träumen sind 50 seine eigenen. Der Traum sei eine Wunscherfüllung und zugleich Hüter des Schlafes, so Freuds Erkenntnis. Knapp 115 Jahre später legt der Wiener Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn unter Rückgriff auf neurowissenschaftliche und psychologische Forschungen eine profunde – und persönliche – Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Träumens vor. In de Mendelssohns soeben bei Ecowin erschienenem Buch Der Mann, der sein Leben einem Traum verdankte. Ein Traumforscher erzählt wird deutlich, dass Träume – so unterschiedlich ihre Funktionen auch sein mögen – immer mit uns selbst zu tun haben und mit unseren Versuchen, uns in unserer Umwelt zu orientieren. Dessen ungeachtet weisen Träume eine soziale Dimension auf, insbesondere in der Organisationsberatung kommt mittlerweile „social dreaming“ als Methode und kollektives Instrument zum Einsatz.

Mit Felix de Mendelssohn diskutiert die Filmemacherin Mara Mattuschka, die Ausschnitte ihres auf der Viennale 2014 erstaufgeführten Films Stimmen präsentiert.


Felix de Mendelssohn ist Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker in freier Praxis in Wien und Berlin und Mitglied des Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung. Er unterrichtet an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) in Wien und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften. 2010 erschienen seine beiden Bücher Das Psychoanalytische Subjekt – Schriften zur Theorie und Praxis der Psychoanalyse und Die Gegenbewegung der Engel. Psychoanalytische Schriften zu Kunst und Gesellschaft.


Mara Mattuschka wurde 1959 in Sofia, Bulgarien geboren. Studium der Ethnologie und Sprachwissenschaften in Wien, Magister Artis an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien, Klasse Maria Lassnig. Malerin, Darstellerin für Film und Theater, Film- und Theaterregisseurin. Zahlreiche Filme. Lebt in Wien.

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung in Kooperation mit Ecowin Verlag.
 

 

 

Zeitgemäßes über Narzissmus und Krieg

Internationale Konferenz

Freitag, 17. Oktober und Samstag, 18. Oktober 2014
Sigmund Freud Museum / Lounge
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

Download Programm und Abstracts (PDF)

Vortragende

Paul Verhaeghe, Universität Gent (BE) - Keynote Speaker

Jeanne Wolff Bernstein, Sigmund Freud Privatstiftung

Bernard Toboul, Psychoanalytiker, Paris (FR)

Irene Berkel,Universität Innsbruck

Brandt Junceau, Künstler, New York (US)

Martin Altmeyer, Psychoanalytiker, Frankfurt/Main (DE)

Herman Westerink, Radboud University Nijmegen (NL)

Hans-Jürgen Wirth, Psychoanalytiker, Gießen (DE)

Robert Pfaller, Universität für angewandte Kunst, Wien

 

Ablauf

Freitag, 17. Oktober

19:00 Uhr Eröffnungsvortrag in englischer Sprache

Paul Verhaeghe (Universität Gent): Narcissus in Mourning - The Disappearance of Patriarchy Download Bio+Abstract (PDF)

Einleitung und Moderation: Jeanne Wolff Bernstein (Sigmund Freud Privatstiftung, Wien)

 

 

Samstag, 18. Oktober

9.30 – 12.00 Uhr Panel 1 in deutscher Sprache

Jeanne Wolff Bernstein: Narzisstische Entpuppungen zu Zeiten des Krieges Download Bio+Abstract (PDF)

Martin Altmeyer (Psychoanalytiker, Frankfurt/Main): Im Spiegel des Anderen: Narzissmustheorie und ihre Anwendung nach Freud Download Bio+Abstract (PDF)

Bernard Toboul (Psychoanalytiker, Paris): Ich, der Andere und die Masse Download Bio+Abstract (PDF)

Moderation: Daniela Finzi (Sigmund Freud Privatstiftung)

 

13.30 – 15.00 Uhr Panel 2 in englischer Sprache

Irene Berkel (Universität Innsbruck): Immortal Narcissus and Narcisstic Mortals Download Bio+Abstract (PDF)

Brandt Junceau (Künstler, New York, US): Artists and Narcissists Download Bio+Abstract (PDF)

Moderation: Monika Pessler (Sigmund Freud Privatstiftung)

 

15.30 – 18.00 Uhr Panel 3 in deutscher Sprache

Herman Westerink (Radboud University Nijmegen, NL):“Die erste Pflicht aller Lebenden”: Von Narzissmus zu Moralismus Download Bio+Abstract (PDF)

Hans-Jürgen Wirth (Psychoanalytiker, Gießen): Kollektives Töten. Versuch, das radikal Böse zu verstehen Download Bio+Abstract (PDF)

Robert Pfaller (Universität für angewandte Kunst, Wien): Das Gefühl der Befreiung im Ich-Käfig. Narzissmus und Verinnerlichung als gesellschaftliche Phänomene - und ihre Aktualität Download Bio+Abstract (PDF)

Moderation: Markus Zöchmeister (Psychoanalytiker, Wien)

 

18:00 – 18:30 Uhr Abschlussdiskussion

 

Über die Konferenz

2014 werden nicht nur Freuds 75. Todestages und des Beginns des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht, sondern auch auf den hundertsten Jahrestag der Erscheinung von Sigmund Freuds zentralem Text „Zur Einführung des Narzissmus“ verwiesen. Darin entwickelte Freud zum ersten Mal die Idee, dass die sexuelle Libido nicht eine einstimmige Triebenergie ist, sondern sich teilen kann und zum Ich wie auch zum Objekt überfließen kann. Somit kann sich das Ich narzisstisch von der Außenwelt absondern und abkapseln. Dieser Rückzug ins Ich ermöglichte Freud die Erkenntnis, dass der Psychotiker sich in eine Welt des Größenwahns zurückziehen kann, wo nur seine Gedanken, Wünsche und Phantasien von Bedeutung sind. Jedoch erkannte Freud zur gleichen Zeit, dass selbst der Neurotiker, der seine Beziehung mit der Außenwelt aufrecht erhält, sich tagtäglich narzisstischen Trieben hingibt, wenn er schläft, träumt oder erkrankt. Die frühe Fähigkeit, Libido in sich zu ankern und sich dabei als Liebesobjekt wahrzunehmen, verhalf Freud zu der Einsicht, dass das Kind durch die elterliche Anerkennung ein Ideal in sich aufrichtet, dem er sein Leben lang nachtrachtet. Der Mensch fühlt sich immer wieder von Idealen in der sozialen und politischen Welt verführt, die diese frühe Selbstgenügsamkeit und Macht versprechen (und wiederherstellen).

Ausgehend von Freuds Texten „Zur Einführung in den Narzissmus“ und „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“ werden im Rahmen der internationalen Herbstkonferenz des Sigmund Freud Museums die Themen Narzissmus, Krieg und Tod ausgelotet sowie die Weiterentwicklung des Freudschen Narzissmus-Konzeptes bis in unsere Gegenwart in den unterschiedlichen Wissensdisziplinen beleuchtet.



 

Filmretrospektive mit Einführung und Diskussion

Logo Filmschwerpunkt

Film Noir und Psychoanalyse: Trauma, Exil, Krieg

In Verbindung mit der Internationalen Konferenz Zeitgemäßes über Narzissmus und Krieg, Freitag, 17. Oktober und Samstag, 18. Oktober 2014 im Sigmund Freud Museum


Vierzehntägig am Mittwoch, 19:00 im Sigmund Freud Museum

  • Alle Filme im Original, Untertitel (UT) wie angegeben
  • Einführung und Moderation: Frank Stern
  • Kommentar und Diskussion: Jeanne Wolff Bernstein


Erster Termin: Mittwoch 8. Oktober 2014, 19 Uhr

Heldisches Versagen

Act of Violence (US 1944, Engl. UT)

R: Fred Zinnemann, D: Janet Leigh, Van Heflin, Robert Ryan

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

 

Weitere Termine:

 

22. Oktober, 19 Uhr

Traumatischer Ehrenkodex

Two Men in Manhattan (FR 1959, Engl. UT)

R: Jean-Pierre Melville, D: Jean-Pierre Melville, Pierre Grasset, Michèle Bailly

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

ACHTUNG TERMINÄNDERUNG: DIENSTAG, 4. November, 19 Uhr

Rückkehr in die Amnesie

Somewhere in the Night (US 1946, Engl. UT)

R: Joseph L. Mankiewicz, D: John Hodiak, Nancy Guild, Fritz Kortner

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

19. November, 19 Uhr

Exilierter Antifaschismus

The Conspirators (US 1944)

R: Jean Negulesco, D: Hedy Lamarr, Paul Henreid, Peter Lorre, Sydney Greenstreet

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

3. Dezember, 19 Uhr

Rassismus: Fighting Back

No Way Out (US 1950, Engl. UT)

R: Joseph Mankiewicz, D: Richard Widmark, Sidney Poitier, Linda Darell

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

17. Dezember, 19 Uhr

Schwarze Weihnacht

Christmas Holiday (US 1944)

R: Robert Siodmak, D: Deana Durbin, Gene Kelly

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

7. Jänner 2015, 19 Uhr

Gewalt, Hexenjagd, veröffentlichte Meinung

The Underworld Story (US 1950)

R: Cyril Endfield, D: Dan Dureya, Gale Storm, Herbert Marshall, Mary Anderson

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

21. Jänner 2015, 19 Uhr

Noir Presse-Ethik

Ace in the Hole (US 1951)

R: Billy Wilder, D: Kirk Douglas

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

 

Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern







Oscar Nemon: My Father and Freud

Visuell gestalteter Vortrag in Englisch von Lady Aurelia Young
Anschließend Konzert von Hannah Medlam (Sopran), Lukas Medlam (Violine)und Jean-Michel Dayez (Piano)

Freitag, 6. Juni 2014, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum / Lounge
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

Lady Aurelia Young wird in Englisch über ihren Vater, den Bildhauer Oscar Nemon, sprechen. Sie wird erzählen, wie es dazu kam, dass Nemon Sigmund Freud porträtierte und sich zwischen den beiden eine Freundschaft entwickelte und auch Nemons Porträts von anderen PsychoanalytikerInnen wie Ernest Jones, Marie Bonaparte und Donald Winnicott vorstellen.

Oscar Nemon wurde 1906 in Osijek (damals Österreich-Ungarn, heute Kroatien) geboren und kam in den 1920ern nach Wien, wo er viele Wiener Musiker porträtierte. Nach einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Brüssel kam er 1931 zurück nach Wien, wo er Sigmund Freud abbildete und sich mit ihm anfreundete. 1938 floh Nemon nach England flüchtete. Dort erarbeitete er sich schnell einen guten ruf als Bildhauer und porträtierte in den folgenden Jahrzehnten unter anderen Winston Churchill, Margaret Thatcher, König Albert I. von Belgien, König Peter II. von Jugoslawien und Queen Elizabeth II.

Nemon glaubte dass die Berufe des Bildhauers und des Psychoanalytikers eng miteinander verbunden seien, was sich auch in seinen Abbildungen von Freud und anderen Analysten zeigte: Er versuchte in seinen Arbeiten, nicht nur das veröffentlichte Werk des Porträtierten widerzuspiegeln, sondern darüber hinausgehend, die öffentliche Person in einem neuen Licht dazustellen.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Konzert statt: 

Hannah Medlam (Sopran), Lukas Medlam (Violine) und Jean-Michel Dayez (Piano) spielen Musik von Richard Strauss, Kurt Weill, Fritz Kreisler, Hugo Wolf und Gustav Mahler.

Die Musik wurde ausgewählt, um unterschiedlichste Aspekte in Nemons Leben darzustellen.

 

Filmretrospektive mit Einführung und Diskussion

Logo Filmschwerpunkt

Film Noir: Kunst und Psychoanalyse


Vierzehntägig am Mittwoch, 19:00 im Sigmund Freud Museum

  • Alle Filme im Original, Untertitel (UT) wie angegeben
  • Einführung und Moderation: Frank Stern
  • Kommentar und Diskussion: Jeanne Wolff Bernstein/Inge Scholz-Strasser


Erster Termin: Mittwoch 5. März 2014, 19 Uhr

Verstörungen: Malerei, Projektion, Realität

Laura (US 1944, Engl. UT)

R: Otto Preminger, D: Gene Tierney, Dana Andrews

Kommentar: Inge Scholz-Strasser

Weitere Termine:

 

26. März, 19 Uhr

Zwischencuts - Van Goghs Ohr und Orlacs Hände

Phantom Lady (US 1944, Engl. UT)

R: Robert Siodmak, D: Franchot Tone, Ella Raines

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

9. April, 19 Uhr

Urbane Seh-Welten - Traum-Affären

The Woman in the Window (US 1944, Engl. UT)

R: Fritz Lang, D: Joan Bennett, Edward G. Robinson

Kommentar: Inge Scholz-Strasser

 

30. April, 19 Uhr

Realität - Amnesie - Subversion

Strangers in the Night (US 1944, Engl. UT)

R: Anthony Mann, D: William Terry, Virginia Grey, Helene Thimig

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

14. Mai, 19 Uhr

Painting is a Love Affair - Kills included

Scarlet Street (US 1945)

R: Fritz Lang, D: Joan Bennett, Edward G. Robinson, Dan Duryea

Kommentar: Inge Scholz-Strasser

 

28. Mai, 19 Uhr

Noir Portrait? Wirklichkeit vor der Erinnerung

The Portrait of Jeannie (US 1948)

R: William Dieterle, D: Jennifer Jones, Joseph Cotton

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

11. Juni, 19 Uhr

Besessene Indentität: Der Schein des Gesichts

Vertigo (US 1958, Engl. UT)

R: Alfred Hitchcock, D: Kim Novak, James Stewart

 

25. Juni, 19 Uhr

Painting With Light: The Next Generation

Hotel Noir (US 2012)

R: Sebastian Gutierrez, D: Malin Akerman, Mandy Moore, Danny DeVito, Aaron Behr

Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

 

Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern







Beyond “A Dangerous Method”: Sabina Spielrein and the “Death Instinct”

Vortrag in englischer Sprache  von Pamela Cooper-White (Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis)

Respondenz: Jeanne Wolff Bernstein (Sigmund Freud PrivatUniversität) und Herman Westerink (Radboud University Nijmegen)

Freitag, 17. Jänner 2014, 19:00 Uhr
Sigmund Freud Museum / Lounge
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung unter: veranstaltung@freud-museum.at

Sabina Spielrein has mostly been known, if at all, as the patient with whom Carl Jung became romantically involved, and who then turned to Freud for advice. While the boundary violation alarmed Freud and became the catalyst for his technical papers on transference, Spielrein's own intellectual contributions have seldom been acknowledged. It is as if this early trauma in the history of psychoanalysis and analytic psychology created a dissociative erasure of Spielrein's story and her work. This lecture will offer a look into Spielrein's own work as an analyst and theorist with particular emphasis on the paper she read for admission to Freud's Vienna Circle around the time of the "great divorce" between Jung and Freud. The goal of this evening will be to demonstrate how Spielrein's little known ideas--including an early version of Freud's death instinct--give evidence for Spielrein's rightful place as a pioneer of psychoanalysis.

 

Pamela Cooper-White is the Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis in Fall-Winter 2013-14, researching the treatment of religion in Freud's early Vienna circle, and teaching a seminar on Freud and Religion at the University of Vienna. She serves as the Ben G. and Nancye Clapp Gautier Professor of Pastoral Theology, Care and Counseling and Co-Director of the Atlanta Theological Association's Th.D program in Pastoral Counseling at Columbia Theological Seminary near Atlanta, GA She holds Ph.D.s from Harvard University and the Institute for Clinical Social Work, Chicago. Her publications include Braided Selves: Collected Essays on Multiplicity, God, and Persons (2011), Many Voices: Pastoral Psychotherapy and Theology in Relational Perspective (2007), and The Cry of Tamar: Violence against Women and the Church's Response (1995; 2nd ed. 2012).

Herman Westerink is scholar in the field of the psychology of religion, specialized in Freudian psychoanalysis. Currently he is Senior Lecturer at the Titus Brandsma Institute and at the Department of Philosophy, Radboud University Nijmegen (NL). He is member of the International Society for Psychoanalysis and Philosophy and of the ISPP Freud Research Group (and member of the Sigmund Freud Museum’s Scientific Advisory Board). He has published a number of monographs and articles, most recently The Heart of Man’s Destiny: Lacanian Psychoanalysis and Early Reformation Thought (London 2012), A Dark Trace. Sigmund Freud on the Sense of Guilt (Leuven 2009) and Controversy and Challenge. The Reception of Sigmund Freud’s Psychoanalysis in German and Dutch-speaking Theology and Religious Studies (Vienna/Berlin 2009).

 Jeanne Wolff Bernstein is the past president, and supervising and personal analyst at PINC (Psychoanalytic Institute of Northern California). She is on the faculty at PINC and at the Sigmund Freud PrivatUniversität Vienna, Paris and NYU Post-Doctoral Program für Psychoanalysis and Psychotherapy. She was the 2008 Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis at the Sigmund Freud Museum and member of the Sigmund Freud Museum’s Scientific Advisory Board. Her most recent publications include “Beyond the Bedrock” in Good Enough Endings, edited by Jill Salberg, Routledge Press (2010), and “The space of transition between Winnicott and Lacan” in Between Winicott and Lacan, edited by Lewis Kirschner, Routledge Press (2011).

 






"Charming Augustine" und "Shadowland" mit Zoe Beloff

3D-Screening zweier Kurzfilme der New Yorker Filmemacherin und Installationskünstlerin Zoe Beloff, veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft tfm in Kooperation mit der Sigmund Freud Privatstiftung

Freitag, 24. Jänner 2014, 19:00 Uhr
in englischer Sprache
Sigmund Freud Museum / Lounge
Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Das Screening der beiden Kurzfilme der New Yorker Filmemacherin und Installationskünstlerin Zoe Beloff ist eine Österreich-Premiere mit höchstem Schauwert. Es findet als 3D-Projektion in sehr seltener 16-mm-Stereoskopie statt. Die Veranstaltung unternimmt eine spektakuläre Engführung von Medienkunst und Medizingeschichte in Anwesenheit der Filmregisseurin:

Charming Augustine stellt (sich) eine der berühmtesten Hysterie-Patientinnen des 19. Jahrhunderts vor. Inspiriert von Krankenakten des Pariser Hospitals Salpêtrière und umfangreichen Fotoserien, die Augustines Anfälle dokumentieren, experimentiert der Film mit Wissenschafts- und Wahnbildern, mit Visionen und Stimmen. Anstatt Geschichte zu rekonstruieren, präsentiert Beloff eine fragile und vielschichtige Spekulation über verdrängte historische Momente, die uns bis heute heimsuchen.

Shadowland halluziniert das Leben des Geistmediums Elizabeth d’Espérance – von ihren unsichtbaren Spielkameraden bis zu spiritistischen Materialisationen. Der Film selbst erscheint als eine Art Séance: Wie Charming Augustine lässt er durch eng verwobene Szenen und Klänge ein Bild des Weiblichen zwischen Virtualität und Körper, zwischen Projektion und Selbstverwirklichung erscheinen.

Charming Augustine (2005, OV, 40 min.)

http://www.zoebeloff.com/pages/augustine.html

 

Shadowland or Ligth from the Other Side (2000, OV, 32 min.)

http://www.zoebeloff.com/pages/shadowland.html

 

Die Künstlerin Zoe Beloff arbeitet mit einer großen Bandbreite an Medien wie Film, Performance, Installation und Zeichnung. Ihre in den USA und Europa ausgestellten Arbeiten widmen sich den vergessenen Traditionslinien und unrealisierten Möglichkeiten des Medialen, seinen Wissens- und Geschlechterbildern. Ein zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit dem utopischen Potential von sozialem Fortschritt, so auch in ihrem aktuellen Projekt “The Days of the Commune: A Work in Progress” über und in Solidarität mit Occupy Wall Street.

Zoe Beloff war Fellow an der John Simon Guggenheim Memorial Foundation (2003), an der Foundation for Contemporary Performance Arts (1997) und der New York Foundation for the Arts (1997, 2001). Sie lehrt als Professor in der Abteilung für Media Studies am Queens College, City University of New York.

 

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Podiumsgespräch (in englischer Sprache) mit der Regisseurin statt, moderiert von Univ.-Prof. Dr. Ulrich Meurer (tfm).

 

 

 

Filmretrospektive mit Einführung und Diskussion

Logo Filmschwerpunkt

Film Noir zwischen Kulturgeschichte und Psychoanalyse


Vierzehntägig am Mittwoch, 19:00 im Sigmund Freud Museum

  • Alle Filme im Original, Untertitel (UT) wie angegeben
  • Einführung und Moderation: Frank Stern
  • Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein/Inge Scholz-Strasser


Erster Termin: Mittwoch 2. Oktober 2013, 19 Uhr:

Psycho-Film-Analyse
Filmvorführung und Diskussion: Dementia (US 1953, R: John Parker)

Weitere Termine: 16.10., 30.10., 13.11., 20.11., 11.12., 8.1. 2014, 22.1. 2014

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 19 Uhr
Flashback-Traum-Erinnerung
Filmvorführung und Diskussion: The Locket/Das Medaillon (US 1946, R: John Brahm, D: Robert Mitchum)
Kommentar: tba

 

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19 Uhr
Beziehungs-Rollen-Analyse: Eine Frau, zwei Männer
Filmvorführung und Diskussion: Daisy Kenion (US 1947, R: Otto Preminger, D: Joan Crawford, Henry Fonda, Dana Andreas) englische UT
Kommentar: tba

 

Mittwoch, 13. November 2013, 19 Uhr
Beziehungsproblem gelöst: Eine Frau, ein Mann, ein Toter
Filmvorführung und Diskussion: Woman on the Run (US 1950, R: Norman Foster, D: Ann Sheridan) französische UT
Kommentar: tba

 

Mittwoch, 20. November 2013, 19 Uhr
Hommage an Ida Lupino I - The Essence of Noir: Sehende Blendung
Filmvorführung und Diskussion: On Dangerous Ground (US 1952, R: Nicholas Ray, D: Robert Ryan, Ida Lupino) englische UT
Kommentar: tba

 

Mittwoch, 11. Dezember 2013, 19 Uhr
Hommage an Ida Lupino II - die erste Noir-Regisseurin
Melodramatischer Realismus: Zwei Frauen, ein Mann

Filmvorführung und Diskussion: The Bigamist (US 1953, R: Ida Lupino, D: Ida Lupino, Edmund O'Brien) französische UT
Kommentar: tba

 

Mittwoch, 8. Jänner 2014, 19 Uhr
Cold-War Paranoia: Gewöhnlicher Sadismus
Filmvorführung und Diskussion: Kiss Me Deadly (US 1955, R: Robert Aldrich) englische UT
Kommentar: Inge Scholz-Strasser

 

Mittwoch, 22. Jänner 2014, 19 Uhr
Double Visuality: The Noir Mood Forever
Filmvorführung und Diskussion: Chicago Joe and the Showgirl (US 1989, R: Bernard Rose, D: Emily Loyd, Kiefer Sutherland)
Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 


Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at


Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern







Female Sexuality, Birth and Otto Rank: Freud's Greatest Trauma?

Vortrag von Robert Kramer (in englischer Sprache)

Moderation: Robert Deam Tobin (Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis 2013)

Sigmund Freud Museum
Dienstag, 18. Juni 2013, 19:00

Eintritt frei, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

In Freud’s Oedipal narrative, powerful women are absent. Silhouetted against the awesome father, the mothers of Little Hans, Dora, the Rat Man and the Wolf Man are passive and disembodied. Colorless, they show no signs of desire. They command no authority. For Freud, mothers and women are impotent to effect their desires, sexual or otherwise. Even more significantly, mothers and women are never willing agents in any of Freud’s writings. They have no capacity for self-leadership. “What does a woman want?”, Freud asked.  The sexuality of women is “a dark continent”, he complained. In 1924, Otto Rank, one of Freud´s closest colleagues, published The Trauma of Birth, overturning Freud´s Oedipal narrative and introducing the “powerful mother” into psychoanalytic discourse. This talk, based on newly published letters between Freud and Rank, tells the story of how the gigantic conflict between these two men played out.

Robert Kramer, PhD, is a visiting professor of leadership at Corvinus University in Budapest. He teaches the intellectual history of psychoanalysis, leadership and action learning in the PhD program at The Chicago School of Professional Psychology. He is editor of The Psychology of Difference: The American Lectures of Otto Rank (Princeton University Press, 1996) and co-editor, with E. James Lieberman, of The Letters of Sigmund Freud and Otto Rank: Inside Psychoanalysis (Johns Hopkins University Press, 2012). He is author of many articles on leadership development and action learning, and consults on these topics to men and women in organizations around the world, including the European Commission, the US Government, NGOs and multinational corporations.

Robert Deam Tobin holds the Henry J. Leir Chair in Foreign Languages and Cultures at Clark University, in Worcester, Massachusetts, where he teaches courses on sexuality, human rights and literature. He is the author of Warm Brothers: Queer Theory and the Age of Goethe (2000) and Doctor’s Orders: Goethe and Enlightenment Thought (2001), as well as the co-editor of A Song for Europe: Popular Music and Politics in the Eurovision Song Contest (2007). In celebration of the centennial of Freud’s 1909 lectures at Clark University he edited a special issue of Psychoanalysis and History called “Global Freud,” which came out in 2011. In the summer semester of 2013, he is the Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis at the Sigmund Freud Museum and the University of Vienna, where he is beginning a new project on sexuality and human rights and teaching a proseminar called “Freud, Sexologie und Menschenrechte.”

 

Freud und die Menschenrechte

Vortrag von Robert Deam Tobin

Begrüßung:
Inge Scholz-Strasser, Direktorin des Sigmund Freud Museums, und Lonnie Johnson, geschäftsführender Direktor Fulbright Commission in Austria

Sigmund Freud Museum
Dienstag, 11. Juni 2013, 19:00

Eintritt frei, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

 

Ein Blick in die Medien lässt schnell den Schluss zu, dass sich der Kampf für mehr Menschenrechte vornehmlich im Thema der Sexualität ergeht: Sexuelle Rechte werden auf lokaler, nationaler, überregionaler und globaler Ebene mehr und mehr als solche anerkannt. Dabei vergisst man leicht, dass sich bereits im 18. Jahrhundert die ersten Befürworter von Menschenrechten oft auch für sexuelle Freiheit interessierten. Im 19. Jahrhundert bedienten sich homosexuelle Aktivisten der Rhetorik der Menschenrechte, während gleichzeitig die Mediziner sehr präzis von den Rechten ihrer Patient/innen schrieben. Auch Sigmund Freud kannte und zitierte solche Texte. Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905), „Die ‚kulturelle’ Sexualmoral und die moderne Nervosität“ (1908), Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (1910) und Das Unbehagen in der Kultur (1930) zeigen sowohl, wie Freud bestimmte Prinzipien der sexuellen Menschenrechte in Frage stellte, als auch, wie sein Denken im Dienste der sexuellen Freiheit stehen kann.

 

Robert Deam Tobin studierte German Literature am Harvard College (BA) und promovierte im gleichen Fach an der Princeton University. Seine studienbezogenen Auslandsaufenthalte führten ihn nach München und Freiburg, bevor er als Professor of German am Whitman College in Walla Walla, Washington wirkte. Seit  2008 hat er den Henry J. Leir Lehrstuhl an der Clark University in Worcester, Massachusetts, inne, wo Sigmund Freud 1909 seine fünf Vorlesungen „Über Psychoanalyse“ hielt. Im Frühjahr 2013 ist Robert D. Tobin Fulbright Freud Visiting Scholar of Psychoanalysis am Sigmund Freud Museum und der Universität Wien, und arbeitet hier an einem neuen Projekt über Sexualität und Menschenrechte in der Literatur.

Er ist der Autor von Warm Brothers: Queer Theory and the Age of Goethe (2000) und Doctor’s Orders: Goethe and Enlightenment Thought (2001). 2007 war er Mitherausgeber von A Song for Europe: Popular Music and Poltics in the Eurovision Song Contest und 2012 Herausgeber von Global Freud, einem Sonderheft von ‚Psychoanalysis and History‘. Sein neues Buch über Sexologie und Literatur trägt den Arbeitstitel Peripheral Desires: The German Discovery of Sex.

 

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung in Kooperation mit der Austrian-American Educational Commission

Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Freud auf Hebräisch

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Buchpräsentation von Eran Rolnik, Podiumsdiskussion mit Clemens Jabloner und Felix de Mendelssohn.

Moderation: Inge Scholz-Strasser, Direktorin des Sigmund Freud Museums
24. Mai 2013, 20:00, Sigmund Freud Museum

 

Eintritt frei, Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at

Der Psychoanalytiker und Historiker Eran Rolnik zeichnet in seiner Studie den Weg der Psychoanalyse aus dem deutschsprachigen Raum in das vorstaatliche Israel nach. Von der Gründung der dortigen Psychoanalytischen Gesellschaft ausgehend fragt Rolnik nach Akzeptanz und Einfluss der Psychoanalyse in einem durch jüdische Einwanderung, nationale Spannungen, britische Kolonialherrschaft und jüdische Staatsbildung charakterisierten Kontext. Er beschreibt, wie die Psychoanalyse die Diskurse von Pädagogik, Literatur, Medizin und Politik zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchdrang und schließlich zu einer therapeutischen Disziplin der jungen jüdischen Gemeinschaft wurde. Indem das Buch die Psychoanalyse in einem breiten Umfeld untersucht, versteht es sich auch als Beitrag zu ihrer Historisierung.

 

Eran Rolnik ist Mitglied der Israel Psychoanalytic Society und lehrt an der Tel Aviv University sowie am Max Eitingon Institute for Psychoanalysis in Jerusalem. Er ist Autor mehrerer Publikationen über die Weiterentwicklung der Theorien Sigmund Freuds und die Geschichte der Psychoanalyse sowie  Übersetzer ins Hebräische und wissenschaftlicher Herausgeber mehrerer Ausgaben von Freuds Aufsätzen. Die überarbeitete englische Übersetzung seiner Studie über die Migration der deutschsprachigen Psychoanalyse aus Zentraleuropa und ihre Rezeption in Palästina/Israel wurde unter dem Titel  Freud in Zion: Psychoanalysis and the Making of Modern Jewish Identity (Karnac, 2012) veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung Freud auf Hebräisch: Geschichte der Psychoanalyse im jüdischen Palästina (Vandenhoeck Ruprecht, 2013) wird hier präsentiert.

 

 

Clemens Jabloner. Geboren 1948 in Wien, Jurist, seit 1993 Präsident des Verwaltungsgerichtshofes, Univ.Prof., Geschäftsführer des Hans Kelsen Instituts, Publikationen auf den Gebieten der Rechtstheorie, des öffentlichen Rechts und der Rechtsgeschichte, 1998-2003 Vorsitzender der Österreichischen Historikerkommission.

 

Felix de Mendelssohn ist Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker in freier Praxis in Wien und Berlin und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung. Er unterrichtet an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) in Wien und hat zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften veröffentlicht. 2010 erschienen seine beiden Bücher Das Psychoanalytische Subjekt – Schriften zur Theorie und Praxis der Psychoanalyse und  Die Gegenbewegung der EngelPsychoanalytische Schriften zu Kunst und Gesellschaft.

 

Filmretrospektive mit Einführung und Diskussion

Logo Filmschwerpunkt

Film Noir zwischen Kulturgeschichte und Psychoanalyse


Vierzehntägig am Mittwoch, 19:00 im Sigmund Freud Museum

Alle Filme im Original, Untertitel (UT) wie angegeben

Einführung und Moderation: Frank Stern

nächsterTermin: 10. April 2013, 19 Uhr:


Fatale Töchter
Filmvorführung und Diskussion: Mildred Pierce (US 1945, R: Michael Curtiz) englische UT


Weitere Termine: 29.5., 5.6., 19.6.

 

Mittwoch, 29. Mai 2013, 19 Uhr
Hollywood auf dem Sofa
Filmvorführung und Diskussion: In a lonely Place (US 1950, R: Nicholas Ray) englische UT
Kommentar: Inge Scholz-Strasser

 

Mittwoch, 5. Juni 2013, 19 Uhr
Psychische Subversionen
Filmvorführung und Diskussion: The Prowler (US 1951, R: Joseph Losey/Robert Aldrich) englische UT
Kommentar: Inge Scholz-Strasser

 

 

Mittwoch, 19. Juni 2013, 19 Uhr
Final Women
Filmvorführung und Diskussion: Bound (US 1996, R: Wachowski Brothers) englische UT
Kommentar: Jeanne Wolff Bernstein

 

 


Anmeldung: office@freud-museum.at


Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und des Schwerpunkts Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Frank Stern







Sigmund Freud's Dora: A Case of Mistaken Identity

Österreichische Erstaufführung: Sigmund Freud’s Dora: A Case of Mistaken Identity (USA, 1979, 40 min)

Im Anschluss an das Screening:
Filmgespräch mit Claire Pajaczkowska, moderiert von Maya McKechneay
in Kooperation mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien
Donnerstag, 24. Jänner 2013 um 19 Uhr
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien
Eintritt frei, Anmeldung: office@freud-museum.at

Der Film Sigmund Freud’s Dora: A Case of Mistaken Identity basiert auf Freuds Bruchstück einer Hysterie-Analyse und diskutiert aus feministischer Perspektive das Spannungsfeld von weiblicher Sexualität, Phallogozentrismus und Psychoanalyse. Auf Wunsch ihres Vaters hatte die 18-jährige Ida Bauer alias „Dora“ im Oktober 1900 eine psychoanalytische Behandlung bei Sigmund Freud begonnen – und nach drei Monaten abgebrochen. Als Freud 1905 die „Dora“-Fallgeschichte veröffentlicht, hebt er sein Scheitern in diesem Fall ebenso wie den fragmentarischen Charakter des Textes hervor. Gleichzeitig sollen damit die Gültigkeit seiner Theorie über die sexuellen Ursachen der hysterischen Neurose und die psychoanalytischen Behandlungsmethoden dargelegt werden.

„Dora“ kennen wir aus Freuds Perspektive, als Patientin, Untersuchungsobjekt und Figur einer Erzählung: Wo hören Doras eigene Worte auf und wo beginnt Freuds Interpretation bzw. Konstruktion? Und wie kann weibliche Sexualität repräsentiert werden? Diese Fragen stehen auch im Zentrum von Sigmund Freud’s Dora: A Case of Mistaken Identity. Das selten gezeigte Schlüsselwerk des feministischen Films liegt nun digitalisiert vor und gibt  Einblick in die Diskurse und avantgardistische Filmästhetik der späten 1970er Jahren.


Claire Pajaczkowska lehrt und forscht als Senior Lecturer am Royal College of Art, London. Sie hat zahlreiche Beiträge zu Psychoanalyse, Feminismus und Cultural Studies veröffentlich und ist die Autorin von Perversion (2000) in der Reihe Ideas in Psychoanalysis, und Co-Herausgeberin (mit Ivan Ward) von Shame and Sexuality: Psychoanalysis and Visual Culture (2009).
Maya McKechneay ist Mitglied des Filmbeirats des österreichischen Bundeskanzleramtes und arbeitet als Filmtheoretikerin, Journalistin und Filmvermittlerin. Sie ist ständige Autorin der Stadtzeitung Falter und dreht gerade ihren ersten Dokumentarfilm, Sühnhaus, in dem es auch um die frühen Praxisjahre des Dr. Freud geht.

 

 

"Die Fackel-Neurose"

Lecture Performance mit Gerhard Naujoks, Lars Schmid und Felix de Mendelssohn

 

Freitag, 18. Jänner 2013, 19 Uhr

Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, Anmeldung: office@freud-museum.at

 

Die Performance wird aus privaten und wissenschaftlichen Puzzleteilen ein Bild zu Ursachen und Wirkungen des Vortrags "Die Fackel-Neurose“, gehalten von Dr. Fritz Wittels in der „Psychologischen Mittwoch Gesellschaft“, zusammensetzen.

Stimmen aus Vergangenheit und Zukunft mischen sich mit einer „Human Powerpoint Präsentation“ zu einer Dokufiction über die Freundschaften und Feindschaften in der Entstehungszeit der Psychoanalyse.

Die Protagonisten: Dr. Fritz Wittels, Karl Kraus, Prof. Sigmund Freud und Irma Karczewska, die blutjunge Geliebte von Kraus und Wittels.

 

 

"Zwischen Praxis und Theorie": Hommage an Anna Freud

Lesung von Christine Nöstlinger und Podiumsdiskussion mit ExpertInnen

Mittwoch, 5. Dezember 18 Uhr
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung: office@freud-museum.at

Programm

18.00 Uhr Lesung Christine Nöstlinger aus Bonsai (1997): Bonsai ist 15 und ein Superdenker. Kleiner als das kleinste Mädchen seiner Klasse, hat er vor allem Probleme mit der Sexualität: Ist er homo, hetero oder bi?

Für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene
Signiermöglichkeit im Anschluss, den Büchertisch gestaltet die Buchhandlung „Orlando“

 
19.30 Uhr Podiumsdiskussion „Zwischen Praxis und Theorie“: Hommage an Anna Freud

TeilnehmerInnen

  • Gertraud Diem-Wille (Universität Klagenfurt)
  • Helmut Figdor (Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik)
  • Roman Krivanek (Psychotherapeut in freier Praxis)
  • Michael Molnar (Freud Museum London)
  • Brigitte Spreitzer (Universität Graz)

Moderation: Daniela Finzi (Sigmund Freud Privatstiftung)

Am 5. Dezember lädt das Sigmund Freud Museum ab 18 Uhr im Andenken an Anna Freud (1895-1982) zu einer Lesung von Christine Nöstlinger (mit Büchertisch und Signiermöglichkeit) und einer anschließenden Podiumsdiskussion. Internationale Expert/innen aus den Bereichen Psychoanalyse, Kinderpsychoanalyse, Pädagogik, Wissenschaftsgeschichte und Literaturwissenschaft vergegenwärtigen das vielfältige Schaffen Anna Freuds in Praxis und Theorie und beleuchten die Relevanz ihrer Ansichten und Ansätze in der heutigen psychoanalytischen und pädagogischen Arbeit mit Kindern. Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter office@freud-museum.at.

Anna Freuds Bedeutung als Pionierin der Kinderpsychoanalyse und Pädagogin – oder, mit Christine Nöstlinger, als „Schutzpatronin der Kinder“ – wird ebenso Thema der Diskussion sein wie die literarischen Aspekte ihrer Arbeit sowie ihr Wirken als intellektuelle Wegbegleiterin Sigmund Freuds und Verwalterin seines Vermächtnisses.

Für das Sigmund Freud Museum ist Anna Freud eine Schlüsselfigur: Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass in den Räumlichkeiten der Berggasse 19 seit über vierzig Jahren das Leben und Werk Sigmund Freuds interessierten BesucherInnen aus aller Welt vermittelt wird, ihre Schenkungen aus dem Besitz der Familie machten die teilweise Restoration der Originalräume möglich und bildeten den Grundstock der Bibliothek in der Berggasse 19.

Vor der Diskussion liest Christine Nöstlinger aus ihrem Jugendbuch Bonsai, in dem sie psychische Herausforderungen, die das Heranwachsen an junge Menschen stellt, thematisiert.

BODY AND ART – THE IMAGE OF HYSTERIA IN THE 21st CENTURY

Konferenz in Wien am 22. und 23. November 2012, key lecture von Itzhak Goldberg in Englisch, Paneldiskussionen in Englisch und Französisch

 

Eine Konferenz der Vienna Art Week, Sigmund Freud Privatstiftung und des Institut français de Vienne in Kooperation mit der Groupe de Recherches Pandora und CRPMS

 

Programm

Donnerstag, 22. November 19 Uhr
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Key lecture von Itzhak Goldberg (Université de Saint Etienne) in englischer Sprache:

The Vision Of The Body From The 20th To The 21st Century: From Pieces To Grafts

Abstract+Bio (Deutsch/Französisch)

Begrüßung durch Inge Scholz-Strasser (Sigmund Freud Privatstiftung)

Chair: Simone Korff-Sausse (Université Paris-Diderot) und Silke Schauder (Université d’Amiens)

 

 

Freitag, 23. November, 17 Uhr
Vienna Art Week, Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien

Panel in englischer Sprache “Body and Art – The Image of Hysteria in the 21st Century”

Chair: Hans-Otto Thomashoff (President Section Art and Psychiatry WPA)

  • Jeanne Wolff Bernstein (Sigmund Freud PrivatUniversität): “Inscriptions into the Body: The Tattoo and its many Languages”
  • Silke Schauder (Université d’Amiens): “Hysterically Yours – Michael Jackson: The Other Side of his Work”
  • Simone Korff-Sausse (Université Paris-Diderot): “Hysteria Revisited by Louise Bourgeois: The Arch of Hysteria”
  • Ekaterina Sukhanova (City University of New York): “Russia and its Discontents: Personality"
  • Klaus Spiess (Meduni Wien): “Molecular made Body Images: BioArt and Queer Immunology”

Download Bios+Abstracts (PDF)

 

19:30 Uhr, Institut français de Vienne, Währingerstraße 30, 1090 Wien

Panel in französischer Sprache “La fabrique de l'image: corps en scène. Réflexions à partir du cinéma d'Almodovar et notamment La Piel que habito

 Chair: Jeanne Wolff Bernstein (Sigmund Freud PrivatUniversität)

  • Anne Brun (Université de Lyon II): "La Figure du Transsexuel dans le Cinema d'Almodovar"
  • Vincent Estellon (Paris-Descartes): "La Piel que habito"
  • Céline Masson (Université Paris-Diderot)

Download Bios+Abstracts (PDF)

 

Über die Konferenz

 

Die Konferenz vereint WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichsten Disziplinen, beruflichen Organisationen und Kontinenten. Ihre Zielrichtung liegt in der Erforschung der komplexen sozialen, kulturellen und ästhetischen Querverbindungen zwischen Körperbild und Identität. Hierbei wird der Begriff der "Hysterie" in einem zeitgenössischen Kontext neu betrachtet, insbesondere im Hinblick seine Bedeutung im gesellschaftlichen Diskurs zum Thema psychische Erkrankungen.

Hysterie als körperliche Manifestation eines psychischen Zustandes macht diesen Zustand sichtbar. Das Schaffen von Kunst mittels des Körpers beinhaltet demnach per se eine hysterische Dynamik. Wie passen vor diesem Hintergrund psychoanalytische Konzepte der Hysterie zum interpretativen Diskurs über Kunst? Werden durch den künstlerischen Prozess die hysterischen Symptome zu Kunst, und lösen sie sich damit als Symptom auf? Ermöglicht es die Entwicklung des 21. Jahrhunderts, das bisherige Konzept psychischer Erkrankungen zu überwinden und ist die Kunst ein Weg dazu? Ermöglicht Kunst einen direkten Einblick in die Dynamiken von Individuen und Gesellschaft? Gibt uns die Kunst einen Blick in die gesellschaftliche Zukunft oder führt sie in eine Sackgasse, indem sie selbst zum Symptom wird, anstatt die Entwicklung voranzutreiben? Diese provokanten Fragen dienen als Ausgangspunkte für die vielseitige und hoffentlich bereichernde wissenschaftliche Diskussion im Rahmen der Konferenz.

 

Die Vorträge gruppieren sich um folgende Themenbereiche:

  • Die Rolle des Körperbildes in der heutigen Konstruktion von Identität
  • Beziehungen zwischen Störungen des Körperbildes und der Persönlichkeit
  • Der kreative Prozess und die Entstehung von Identität
  • Die Rollen der sozialen Konstrukte von Norm und Krankheit im Verständnis von Identität in der heutigen Gesellschaft
  • Das Verhältnis zwischen dem imaginären metaphorischen Körpers als Objekt der Kunst und dem eigentlichen physischen Körper als Objekt der Medizin und der Wissenschaft

 

 

Konzept: Hans-Otto Thomashoff, Céline Masson

Unterstützt von: World Psychiatric Association, Section on Art and Psychiatry

 


"In geziemender Schüchternheit". Arthur Schnitzler&Sigmund Freud

Eine szenische Lesung mit Mijou Kovacs und Michael Smulik

Eröffnungsvortrag von Lorenzo Bellettini

Dienstag, 16. Oktober 2012, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum, Lounge
Berggasse 19, 1090 Wien
Eintritt frei, Anmeldung unter: office@freud-museum.at


"Lese die Vorlesungen von Freud, träume seither wieder mehr und praeciser"
(Arthur Schnitzler, Tagebuch 23.4.1922)

Anlässlich des 150. Geburtstages Arthur Schnitzlers bietet eine reiche Auswahl aus seinen Tagebüchern, Briefen sowie anderen wenig bekannten Nachlassdokumenten aus der Cambridge University Library einen spannenden Einblick in seine Beziehung zum Gründer der Psychoanalyse. Die Lesung verfolgt den über dreißigjährigen Spannungsbogen dieser wohl bekanntesten aller Doppelgängerbeziehungen in ihren Entwicklungen und Schwankungen zwischen Bewunderung und Neid, Berührungsängsten und Annäherungsversuchen, wirklichen und geträumten Treffen, Träumen und Traumanalysen.

Gelesen von Mijou Kovacs und Michael Smulik
Textvorlage: Dr. Lorenzo Bellettini


Anmeldung: office@freud-museum.at


Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung






June Pilcher: Consciousness in Modern Society: Life in the Human Zoo

Vortrag von June Pilcher in englischer Sprache

 

Mittwoch, 13.6.2012, 19 Uhr

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

 

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at

 

The human brain is a fantastic biological machine. It provides us with many abilities including our every emotion, our thoughts about the nature of the universe, and our ability to do the rumba. It also gives us the desire to climb Mt. Everest 'because it is there,' the ability to think about quantum physics, and human consciousness.

Sigmund Freud is perhaps the most famous of the many philosophers and psychologists who have attempted to explain human consciousness. The effort continues today using a greater understanding of the mammal brain and particularly of the human brain. The purpose of the current presentation is to examine how the current theories about the human brain relate to earlier theories about the brain and mind and how our feelings of consciousness affect our ability to function in the world that we have created for ourselves – the human zoo.

Dr. June J. Pilcher is currently Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis for 2011-2012 at the Sigmund Freud Museum and at the University of Vienna. She earned her Ph.D. in Biopsychology from the University of Chicago in 1989. She served as a research psychologist for three years in the US Army at the Walter Reed Army Institute of Research in Washington, DC before beginning her academic career at Bradley University in Peoria, IL. Dr. Pilcher joined the faculty at Clemson University in August 2001. She was promoted to full professor in 2005 and was awarded an Alumni Distinguished Professorship in 2009. Dr. Pilcher’s research on the effects of stress and fatigue has been funded for over 15 years by several national agencies including the Federal Railroad Administration and the Center for Advanced Study of Language at the University of Maryland. Her other interests include teaching and training in a non-competitive, traditional martial art and rescuing ex-racing greyhounds. She has received numerous awards for her research and her work with students, including the Bradley Award for Mentoring in Creative Inquiry at Clemson University and being named as a Fellow in the Association for Psychological Science in 2010.


 

 

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung in Kooperation mit der Austrian-American Educational Commission

 


 







Freud, Adler, and the Second Viennese School:

Correlations and Collisions between Psychoanalysis and Music in Early 20th Century Vienna

 

Vortrag in englischer Sprache

 

Donnerstag, 31.5.2012, 20 Uhr

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

 

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at

 

Einleitung: Dr. Christian Meyer, Direktor Arnold Schönberg Center

 

Abstract

This lecture offers a re-consideration of the intersection of modern music and psychoanalysis in Vienna in the early decades of the 20th century.  While Sigmund Freud and the composer Arnold Schoenberg are often linked as epochal figures who profoundly shaped fin de siècle Vienna’s cultural and intellectual history, the actual connections between them—both manifest and latent—are seldom critically addressed.  Moreover, it is rarely noted that Alban Berg and Anton Webern—pupils of Schoenberg and influential modern composers in their own right—had direct and sustained contact, both personal and professional, with Freud and Alfred Adler before and after the First World War.  This was a period in which Vienna’s musical culture underwent a revolutionary transformation; in this lecture, it is argued that, in order to better understand this transformation, the hitherto aloof histories of modern music and psychoanalysis in early 20th century Vienna are in fact complimentary, with correlations that warrant closer examination.  

 

Biography

Dr. Alexander Carpenteris an associate professor of music at the University of Alberta, Augustana campus. A musicologist and music critic, his research interests include the music of Arnold Schoenberg, music and psychoanalysis, music and film, and popular music.  Dr. Carpenter’s research has been published in a number of scholarly journals, including Musical Quarterly, Studia Musicologica, Psychoanalysis and History, Popular Music and Society, Notes, and Intersections: Canadian Journal of Music.  He has been interviewed several times on Canada’s national radio service, the CBC, and on National Public Radio in the United States, on topics ranging from classical music to popular music and popular culture. 

 

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung

 







Vladimir Vertlib liest aus seinen Texten.

Vladimir Vertlib: Land der Immobilität. Migration und Flucht sowjetischer Juden

Moderation: Wolfgang Müller-Funk

Sigmund Freud Museum, 22. März, 19 Uhr

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

Im Rahmen des Workshops "Die Reisen der Freudes: Visuelle und interkulturelle Erfahrungsgeschichten".

 

Vladimir Vertlib: Land der Immobilität. Migration und Flucht sowjetischer Juden

Anhand eigener Texte versucht der Autor dem Publikum das Thema nahe zu bringen und einen Eindruck von den Beweggründen und den Auswirkungen der jüdischen Migration und Flucht aus der Sowjetunion bzw. Russland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vermitteln. Die historische und gesellschaftliche Gesamtperspektive sowie individuelle Schicksale werden hierbei gleichermaßen beleuchtet. Neben kurzen Ausschnitten aus seinem Roman „Zwischenstationen“, aus weiteren Romanen und aus dem Essayband „Spiegel im fremden Wort“ liest er auch aus anderen, zum Teil noch unveröffentlichten Texten vor, berichtet von eigenen Erfahrungen in seiner Kindheit und Jugend als russisch-jüdischer Migrant und steht für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung.

Vladimir Vertlib, geboren am 2. Juli 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg), 1971 Emigration mit seinen Eltern, Zwischenstationen in Israel, Österreich, Italien, den Niederlanden und den USA, seit 1981 endgültig in Österreich, studierte Volkswirtschaftslehre in Wien, seit 1993 freiberuflicher Schriftsteller, lebt in Salzburg und Wien.

Vertlib schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Für sein Werk erhielt er unter anderem den Österreichischen Förderpreis für Literatur, den Adalbert von Chamisso-Förderpreis sowie den Anton Wildgans Preis.

Im Februar 2012 erscheint im Deuticke Verlag, Wien, Vertlibs neuer Roman „Schimons Schweigen“.


 

auf den henker lauschen

eine szenische Lesung

Freitag 24. Feb, SIGMUND FREUD MUSEUM, Lounge, Berggasse 19, 1090 Wien, 20 h

"An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert."
(Erich Kästner)

Die szenische Lesung des Theaters BEYOND „auf den henker lauschen“ basiert auf Die Geschichte vom Herrn Rat (Paul J. Schrag) und ist eine Kombination von Erzählung und Bühnenstück zum Thema des deutschen Judentums. Angesiedelt in einem jüdischen Haushalt an drei Weihnachtsabenden - 1922, 1932, 1942 - ist das Stück in einen größeren politischen, sozio-ökonomischen und historischen Kontext eingebettet, der den Bogen vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik zum Nationalsozialistischen Terrorregime spannt.Weiters kontextualisiert “auf den henker lauschen” Zeitgeschichte mit unserer aktuellen Gegenwart. Themen damals wie heute: Xenophobie, Ausgrenzung, Intoleranz und an hand der Titelfigur die Frage nach moralischer Verantwortung der Justiz werden ebenso verhandelt, wie Zivilcourage, Solidarität und Treue zu humanitären Prinzipien.

Karten 0650/ 433 11 46 o. stephanierua@aol.com, Karten 15 Euro/ Ermäßigt 12 Euro / Studenten 8 Euro
Szenische Einrichtung: Sandra Schüddekopf
Mit Stephanie Schmiderer, Alexe Schmid, Thomas Stolzeti, Hubert Wolf.
                                                                                                                                                                 
weitere Termine:
3. Feb, SALON5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien, 19.30 h
11. Feb, VOGELKELLER, Josefstädterstraße 15, 1080 Wien, 20 h
13. Feb, TACHLES, Karmeliterplatz 1, 1020 Wien, 20 h
16. Feb, LOOSZIMMER, Wienbibliothek, Bartensteingasse 9, 1010 Wien,19 h
29. Feb, GEDENKSTÄTTE KARAJANGASSE, Karajang. 14, 1200 Wien, 10 h, 19 h (ausverkauft)
5. März, SIR-KARL-POPPER-SCHULE, Wiedner Gürtel 68, 1040 Wien, 10 h (ausverkauft)

http://www.theaterspielraum.at
coming soon: http://www.theaterbeyond.com/

mit freundlicher Unterstützung von WienKultur, BMUKK und Nationalfonds der Republik Österreich,  in Kooperation mit Theater Spielraum, Salon5, Kulturverein Freundinnen & Freunde der Josefstadt, Tachles, Wienbibliothek, Sigmund Freud Museum, Maimonides-Zentrum, Tachles, Gedenkstätte Karajangasse, und der Sir-Karl-Popper-Schule/Wiedner Gymnasium


 

Psychoanalyse - Literatur - Kultur. Sigmund Freud im Close Reading

Ringvorlesung

Psychoanalyse - Literatur - Kultur

Sigmund Freud im Close Reading

Eine Kooperation von Sigmund Freud Privatstiftung und Universität Wien

Vorlesung mit vertiefender Lektüre(5 ECTS-Punkte)

LVA-Leiter_Innen: Wolfgang Müller-Funk, Daniela Finzi

Wintersemester 2011/2012

Lounge des Sigmund Freud Museums, Berggasse 19, 1090 Wien

jeweils mittwochs, 17.00 h c.t.

 

Die von Sigmund Freud begründete Psychoanalyse wurde als Theorie und Methodik von unterschiedlichsten Disziplinen, so auch der Literaturwissenschaft, rezipiert. Unhintergehbarer Bestandteil theoretischer Fokalisierungen wie Trauma, Geschlecht, Gedächtnis und Erinnerung, Alterität und Identität, ist sie anscheinend untrennbar in den Diskurs der Kulturwissenschaften eingeschrieben. Auch der von Freud entwickelte Kulturbegriff ist von den Kulturwissenschaften aufgenommen und operationalisiert worden Gleichzeitig besteht zwischen dem mehr oder minder radikalen Konstruktivismus vieler gegenwärtiger Kulturtheorien und der auf einer ‚stabilen‘ Anthropologie errichteten Psychoanalyse Freud’scher Prägung ein unübersehbares Spannungsverhältnis. Im Rahmen der Ringvorlesung soll dieses Spannungsverhältnis aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen ausgelotet werden. In jeder Einheit wird ein Text Freuds einem Close Reading unterzogen. Aufgezeigt wird, wie die Erkenntnisse oder Methodologie Freuds auch ein (knappes) Jahrhundert nach ihrer Entstehung für gegenwärtige Fragestellungen urbar gemacht werden können.

Die Ringvorlesung ist in drei Teile unterteilt; nach dem ersten, einführenden Teil mit drei Sitzungen werden in weiteren drei Sitzungen jene Arbeiten Freuds vorgestellt, in denen er literarische Texte analysiert bzw. Texte, die für die Literaturwissenschaft wichtig geworden sind. Darauf folgt ein größerer Block zu Freuds kulturtheoretischen Schriften.

ORT:Sigmund Freud Museum, Lounge      

Berggasse 19, 1090 Wien

termine   jeweils 17:00 c.t. 

Mi, 12.10.2011, Sitzung 1

Kurz-Vorstellung der Lehrveranstaltung, Kurz-Einführung in Sigmund Freuds Werk und Close Reading ausgewählter Abschnitten aus Die Traumdeutung (1899)

Wolfgang MÜLLER-FUNK, Institut für Europäische und Vergleichende Literaturwissenschaft und Daniela FINZI, Sigmund Freud Privatstiftung

Mi, 19.10.2011, Sitzung 2

„Über Deckerinnerungen“ und „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ Frank STERN, Institut für Zeitgeschichte

Mi, 9.11.2011, Sitzung 3

„Trauer und Melancholie“

Jeanne Wolff-Bernstein, Sigmund Freud PrivatUniversität

Mi, 16.11.2011, Sitzung 4

Der Wahn und die Träume in W. Jensens ‚Gradiva‘

Wolfgang MÜLLER-FUNK, Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft

Mi, 23.11.2011, Sitzung 5

„Das Unheimliche“

Anna BABKA, Institut für Germanistik
 

Mi, 30.11.2011, Sitzung 6

„Über die weibliche Sexualität“

Marlen Bidwell-Steiner, Institut für Romanistik

Mi, 7.12.2011, Sitzung 7

Totem und Tabu

Moshe ZUCKERMANN, Tel Aviv University

Mi, 14.12.2011, Sitzung 8

Massenpsychologie und Ich-Analyse

Felix de Mendelssohn, Sigmund Freud PrivatUniversität

Mi, 11.1.2012, Sitzung 9

Die Zukunft einer Illusion

Susanne HEINE, Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät

Mi, 18.1.2012, Sitzung 10

Das Unbehagen in der Kultur

Herman WESTERINK, Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät

Mi, 25.1.2012, Sitzung 11

Der Mann Moses und die monotheistische Religion

Wolfgang MÜLLER-FUNK, Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft

 

Zwischen Tür und Angel

Zwischen Tür und Angel


Szenische Intervention von Marius Gabriel mit Maren Rahmann, Doron Rabinovici, Felix de Mendelssohn u.a.

 

14.12.2011, 19 - 20 Uhr

Sigmund Freud Museum - Stiegenhaus Berggasse 19

Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

 

 

Das Treppenhaus in der Berggasse 19, als Ort, an dem die Lust zum Ausgehen, durch die Verordnung des Judensterntragens, proportional schwindet. Zwischen Sammelwohnungen und dem Leben vor dem Haustor hängen geblieben. Ebenfalls in Mänteln stehend, will dieses Erinnern ein Schlaglicht auf jene Zeit vor 70 Jahren werfen.
Szenische Andeutungen schaffen eingangs ein Stimmungsbild, das in eine Textcollage über Formen der Stigmatisierung mündet. Zeitgenössische Erzählungen, Analysen, Hintergrundberichte, auch Tagebucheinträge kommen unter Mitwirkung von Autoren und Autorinnen zu Gehör.

 

Mit einer Auswahl aus den Werkgruppen Parfums de guerre, Parfum de révolte, Les icônes sont fatiguées des in Nizza lebenden Yves Hayat, dessen Kunstwerke zwischen Fotografie, Installation und “erzählender Gestaltung“ angelegt sind, werden von Marius Gabriel „Schauplätze“ mit 18 Acrylboxen gestaltet. Yves Hayat: “Indem ich Überlegungen, Verschiebungen, Unterschlagungen benutze, konfrontiere ich Vergangenheit und Gegenwart, Schönheit und Schrecken, Gleichgültigkeit und Fanatismus, (...) offen für die Gesellschaft, deren Ausprägungen, ihre Medien, ihr Internet.“


In der Reihenfolge des Auftretens:

Elisabeth Jupiter und Felix de Mendelssohn– sich unterhaltend
Maren Rahmann – sich am  Akkordeon begleitend
Doron Rabinovici – lesend
Harald David – referierend
Eva Dité und
Marius Gabriel – weitere Texte lesend

Nick Granbacher – Licht
Marvin Weis – Assistenz

Gesamtkonzept: Marius Gabriel

 

Zu Gehör kommen u.a. Passagen aus den Werken: No, warum nicht? Der jüdische Witz als Quelle der Lebenskunst, Picus Verlag 2010; Doron Rabinovici: Instanzen der Ohnmacht, Jüdischer Verlag 2000; Marlene Streeruwitz: „Narben“ (2011); Robert Sommer: Wie bleibt der Rand am Rand, Mandelbaum Verlag 2011.

Kafka - das Trauma ein Leben. Psychoanalytische Betrachtungen

Kafka - das Trauma ein Leben

Psychoanalytische Betrachtungen zu Leben und Werk Franz Kafkas

Vortrag von Gerhard Rieck

 

24.11.2011, 19 Uhr

Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

 

Franz Kafka gilt als einer der rätselhaftesten und meistinterpretierten Autoren. Seine Texte sind allerdings geprägt von auffallend häufigen Wiederholungen oft sehr konkreter Motive und Strukturen. Eine gründliche Analyse und Zusammenführung derselben von einem psychoanalytischen Standpunkt aus erlaubt es, die behauptete Rätselhaftigkeit dieser Texte zu reduzieren, den Einblick in den Zusammenhang von Leben und Werk zu vertiefen und das Geheimnis des "Kafkaesken" zu einem guten Teil zu lüften. Dann wird auch einsichtiger, warum bei Kafka eine so große Versuchung besteht, an der vorrangigen Bedeutung seiner Literatur vorbeizuinterpretieren.

 

Gerhard Rieck, geb. 1947, ist Autor zweier Bücher ("Kafka konkret - das Trauma ein Leben" und "Franz Kafka und die Literaturwissenschaft") und mehrerer Aufsätze zu Kafka, betreibt seit zehn Jahren das bisher einzige österreichische Web-Portal zu diesem Dichter (http://members.aon.at/rieck/) und lebt derzeit als freier Publizist in Wien.

 

Zwischen den Sprachen, zwischen den Kulturen: Fremdphilologien im europäischen Kontext

Konferenz

20.-22.10.2011

Programm

Programmfolder (PDF)

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Donnerstag, 20. 10. 2011, 12:00 – 13;00 Uhr, Aula/ Campus Uni Wien (Spitalgasse 2, Hof 1.11, 1090 Wien)

Eröffnung: Vizerektorin Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Universität Wien)
Einführung: Wolfgang Müller-Funk (Wien) und Birgit Wagner (Wien)


Panel 1 13.00-14.45: Imagologie und Konstruktionsformen des Fremden

Davor Dukic (Zagreb): Fremdbilder und ihre Klassifikation
Clemens Ruthner (Dublin): Umgangsformen: (koloniale) Konstruktionen des bosnischen ‚Fremden‘ in österreichischen Texten um 1900
Herbert Van Uffelen (Wien): Respondenz
Jörg Türschmann(Wien): Moderation


Panel 2 15:00-16.45: Transdisziplinarität

Isabel Gil (Lissabon): Langsame Kultur(en). Die Zeitlupe als Postkoloniale Strategie.
Marlen Bidwell-Steiner(Wien): Travelling Concepts: Diskursive Wiedergänger weiblicher Monstrosität zwischen Fakten und Fiktionen

Jörg Türschmann (Wien): Respondenz
Anna Babka (Wien): Moderation

 

Panel 3 17:00-18:45: Fremdphilologien als Wissenschaft vom Fremden

Michele Cometa (Palermo): Italien und Deutschland: Geschichte einer Fremdheit?
Marta Wimmer(Poznan): Trägt Fremdphilologie zum Abbau von Fremdenhass bei? Am Beispiel der polnischen Germanistik
Birgit Wagner(Wien): Respondenz

Nicole Kandioler(Wien): Moderation

 

ORTSWECHSEL

Sigmund Freud Museum 19:30 – 21:00 Uhr

Begrüßung: Inge Scholz-Strasser, Direktorin des Sigmund Freud Museums
Keynote: Rado Riha(Ljubljana): Psychoanalyse und Interkulturalität
Wolfgang Müller-Funk (Wien): Moderation

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Freitag, 21.10.2011 10:15 – 21:00 Uhr, Sigmund Freud Museum


Panel 4 10.15-12.00: Übersetzung

Dieter Hornig (Paris): Germanistik, Übersetzungswissenschaften und Übersetzungsstudiengänge in Frankreich
Milka Car (Zagreb): Ästhetisierung der Nation. Prozesse der kulturellen Übersetzung in Kroatien im 19. Jahrhundert – ein unmögliches Unterfangen?

Johanna Borek(Wien): Respondenz
Andrea Seidler (Wien): Moderation

 

Panel 5 13.15-15.00: Multi-lingualismus

Marton Szilagyi (Wien): Zwischen den Sprachen und Kulturen: Die deutschsprachigen Werke von einem ungarischen Klassiker György Bessenyei
Manuel Montesinos Caperos (Salamanca): Spanien, ein multilinguales Land, aber...
Andrea Seidler (Wien): Respondenz
Sandra Vlasta (Wien): Moderation


Panel 6 15.15-17.00: Räume in Bewegung

Alexandra Rassidakis (Thessaloniki): Von Inländern und Barbaren: Identitäts- und Alteritätskonzeptionen bei Konstantinos Kavafis und Ilse Aichinger
Renata Cornejo (Ustí nad Labem): „Die Heimat heißt Babylon.“ Zum kreativen Umgang der tschechischen deutsch schreibenden Autoren mit der Sprache
Sandra Vlasta (Wien): Respondenz

Alois Woldan (Wien): Moderation

 

Lesung 19.30

Teresa Cadete (Lissabon): Sollte der Tempel am Fluss stehen? Über die Bedeutung von Zwischenräumen
Andrea Seidler (Wien): Moderation

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Samstag, 22.10.2011, Sigmund Freud Museum


Panel 7 10.00-11.45: Area Studies

Valentina Serra (Cagliari): „Inseln sind Heimat im tieferen Sinne“. Deutschsprachige Schriftsteller und ihre Reise nach Sardinien
Endre Hárs (Szeged): Literaturengeschichten? Zur Selbstüberwindung der Nationalphilologie.
Maria A. Stassinopoulou (Wien): Respondenz
Wolfgang Müller-Funk (Wien): Moderation


Panel 8 12.00-13.45: Städte

Mária Gyöngyösi (Budapest): Die Poetik der Stadt im Werk von Rainer Maria Rilke und Aleksandr Blok
Alfrun Kliems (Leipzig): Aggressiver Lokalismus – Lokaler Globalismus. Postmoderne Stadt-Poetiken in Ostmitteleuropa

Alois Woldan (Wien): Respondenz
Martina Stemberger(Wien): Moderation

 

Panel 9 15.00-16.45: Kleine Kulturen und Zentrum-Peripherie

Marjan Bobinac (Zagreb): Nation(en) auf der Bühne. Zu den Anfängen des neueren kroatischen Theaters im Kontext der dominanten deutschsprachigen Kultur
António Sousa Ribeiro (Lissabon): Kultur, Interkultur, Transkultur: Über Grenzen und Grenzziehungen aus (semi)peripherer Sicht

Eva Schörkhuber (Wien): Respondenz

Daniela Finzi(Wien): Moderation

VeranstalterInnen der Konferenz sind Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk (Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft), Univ.-Prof. Dr. Birgit Wagner (Institut für Romanistik) und die Sigmund Freud Privatstiftung.

In Zusammenarbeit mit:

Univ.-Prof. Dr. Andrea Seidler (Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft)
Univ.-Prof. Dr. Alois Woldan (Institut für Slawistik)

 

Reflecting Reality. Interviewmarathon

Im Rahmen der Vienna Art Week

Programm:

12:45 Begrüßung durch Robert Punkenhofer, künstlerischer Leiter Vienna Art Week und Inge Scholz-Strasser, Direktorin Sigmund Freud Museum

Interviews:

13:00 Iwajla Klinke

14:00 Behrang Samdszadegan

15:00 Manu Luksch

16:00 Roger Hiorns

17:00 Edgar Honetschläger

18:00 Joseph Kosuth

19:00 Elisabeth von Samsonow

mit Performances von Elisabeth von Samsonow (19:00) und Stephan Lugbauer (20:30)

Folder zum Download (PDF)
 

When their world falls apart Working with post traumatic children and adults around the world.

Vortrag

When their world falls apart

Working with post traumatic children and adults around the world.

Vortrag von Mooli Lahad

25. 10.2011, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum

Eröffnung: Inge Scholz-Strasser (Sigmund Freud Museum)

Begrüßung: Daphne Frucht (WIZO)

 

Abstract:

In my lecture I'll describe the many faces of trauma of children and adults and the 30 years of experience working with them and with the education systems in various parts of the world following disasters. I will show examples of art work by children and will focus on the different manifestations of the problem among boys and girls Israeli Jewish and Arab children and their families.   Mooli Lahad

Prof Mooli Lahad is a senior Medical Psychologist and the President and founder of The Community Stress Prevention Center ,the oldest NGO in Israel that work with children, families and communities  post traumatic events. Prof Lahad has 2 PhDs a former consultant to UNICEF and NATO on civilians coping with disasters and Resiliency. The author and co-author of over 30 books and numerous articles and the recipient of 3 vey distinguished professional awards for his work . During the 2nd Lebanon war and post the war lead an extensive project with WIZO daycare centers and youth villages to help both children and adults recover from the war –trauma. His work lead him to Sri Lanka , Turkey, Mississippi , Japan and many other places post natural disasters. 

 



 

Close the Eyes

Special Preview des Films von Natalie Zimmerman und Michael Wilson

CLOSE THE EYES

Vienna between dreams and waking life

 

28. Juli 2011, 19:30 Uhr

Sigmund Freud Museum

Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter

veranstaltung@freud-museum.at

Film und Vortrag in englischer Sprache


Ein fragmentarisches und poetisches Portrait Wiens, in dem Träume als Ausgangspunkt der Untersuchung von gegenwärtigen, kulturellen Innerlichkeiten fungieren. Der Film verwebt dabei verschiedene Stimmen in dem Versuch eine Maschine zu bauen, die das soziale Träumen erwachen lässt

Die Vorführung wird gefolgt von einer live Musikperformance von Daniel Lercher (Elektroakustik) und Ingrid Schmoliner (Stimme).

Zimmerman und Wilson arbeiten seit 1997 zusammen. 2009 veröffentlichten sie ihren ersten abendfüllenden Film, Silhuette City – ein cinematisches Essay zur Zeitgeschichte des christlichen Faschismus in den USA.Mithilfe ihres Gemeinschaftsprojekts, Social Satisfaction produzierten sie Performances, New Media, Installationen und Fotografien für eine große Anzahl internationaler Foren wie etwa: dem Miami International Film Festival, Rotterdam International Film Festival, Moscow International Film Festival, Chicago Underground Film Festival, Angelika Film Center (NY), Anthology Film Archive (NY), Cinema Politica Network (Canada), Yerba Buena Center for the Arts (SF), San Francisco Camerawork, Roxie Theater (SF), Kunsthalle Düsseldorf, Mediaterra International Art and Technology Festival (Athens), The New Museum of Contemporary Art (NY) und Los Angeles Contemporary Exhibitions. Die Fernsehsender Russia Today Television (RT) und Canadian Broadcast Corporation (CBC) strahlten ihren Film American Crusaders aus.Silhouette City wurde im Rahmen der Cinepolitics von Press TV im November 2008 gezeigt und diskutiert.

 

Zimmerman und Wilson erhielten unzählige Förderungen und Fellowships von unterschiedlichen Einrichtungen wie etwa dem Paul Robeson Fund for Independent Media, Yip Harburg Foundation, LEF Foundation, Eastman Foundation for Film und Headlands Center for the Arts.

 

Diese Produktion wurde durch das 2011 Fulbright fellowship der Austrian-American Educational Commission und einer Cofinanzierung vom Musuemsquartier/Quartier21 an Natalie Zimmerman ermöglicht.

 

socialsatisfaction.org

 

40 Jahre Sigmund Freud Museum

Open House mit Festvortrag von Otto Kernberg und Unterhaltungsprogramm

Sigmund Freud Museum

 

Berggasse 19, 1090 Wien

 

 

Am 15. Juni 2011 feiert das Sigmund Freud Museum sein 40-jähriges Jubiläum. Die ehemalige Ordination Sigmund Freuds wurde am 15. Juni 1971 in Anwesenheit von Anna Freud und Bundeskanzler Bruno Kreisky erstmals als Museum zugänglich gemacht.

 

Zu diesem Anlass wird das Haus in der Berggasse 19 am 15. Juni ab 17 Uhr zum Open House mit einem umfangreichen Festprogramm. Der New Yorker Psychoanalytiker Otto Kernberg hält einen Festvortrag, moderiert von Martin Engelberg. Betrachtungen des Wiener Analytikers Felix De Mendelssohn zeigen die wissenschaftlichen Perspektiven psychoanalytischen Denkens in Freuds Lebens- und Arbeitsräumen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts  auf.

 

Eine Videobotschaft des Bundespräsidenten und Ansprachen von Bundeskanzler Werner Faymann, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sowie Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft würdigen die Bedeutung des Hauses für Wien und Österreich sowie aus internationaler Perspektive.


Christoph Wagner-Trenkwitz liest aus Texten und Briefen Sigmund Freuds, Gerhard Naujoks und Lars Schmid setzen sich mit den Protokollen der Mittwochabend-Gesellschaft in Form einer Lecture-Performance auseinander. Roman Krivanek führt Sie durch die Anna Freud-Räume im Museum.

Für Musik sorgt das Trio des Ensembles Scholem Alejchem unter der Leitung von Isaak Loberan.

Eine Performance von Christian Mayer, erarbeitet gemeinsam mit Martin Guttmann (Clegg+Guttmann) präsentierte die Ergebnisse einer Workshop-Serie mit ExpertInnen aus dem In- und Ausland zur Neukonzeption des Sigmund Freud Museums, finanziert aus dem Förderprogramm forMuse des Wissenschaftsministeriums und des Forschungsfonds.

 

 

 

Der Eintritt ist frei, das Museum an diesem Abend kostenlos zu besichtigen.

 

Anmeldung erbeten unter: veranstaltung@freud-museum.at bzw. 01-319 15 96-12

 

Das Programm im Detail:

 

17:15

Begrüßung durch Direktorin Inge Scholz-Strasser

 

Videobotschaft Bundespräsident Heinz Fischer

 

Rede Bundeskanzler Werner Faymann

 

Rede Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny

 

Rede Abg. zum Nationalrat Katharina Cortolezis-Schlager

 

Rede Franz Kosyna (Aufsichtsratsvorsitzender Sigmund Freud Privatstiftung)

 

Rede René Alfons Haiden (Präsident Verein der Freunde des Sigmund Freud Museums, Wien)

 

 

18:30

Rede Bezirksvorsteherin Martina Malyar

 

 

 

 

 

Einleitung Inge Scholz-Strasser (Sigmund Freud Privatstiftung)

 

 

Rede Irene Chambers (Library of Congress, Washington, D.C.)

 

 

Rede Moshe Zuckermann (Wissenschaftlicher Leiter Sigmund Freud Privatstiftung)

 

19:15

Einleitung Martin Engelberg (Wiener Psychoanalytische Akademie)

 

 

Vortrag Otto Kernberg: "Some Major Contemporary Controversies within Psychoanalysis."

 

 

Famous Last Words Felix de Mendelssohn (Beirat Sigmund Freud Privatstiftung)

 

 

 

 

    

 

 

20:30

Lesung von Zitaten und Texten Sigmund Freuds durch Christoph Wagner-Trenkwitz im Museum

Sonderführung durch die Anna Freud Räume durch Roman Krivanek im Museum

21:00

Lecture-Performance „Protokolle der Mittwochsgesellschaft“ durch Gerhard Naujoks und Lars Schmid im Museum

Trailer „A Dangerous Method“ (David Cronenberg) in der Lounge

 

Mit einer performativen Intervention von Christian Mayer, konzipiert von Martin Guttmann(Clegg+Guttmann) und Christian Mayer

Musik: Trio des Ensembles Scholem Alejchen: Yigal Altschuler, Isaak Loberan und Hanna Melnik

 

Does Psychoanalysis set Limits?

Authority, Norms, Law,...And Perversion

Sujet Syposium

Symposium 2011 der Freud Research Group (International Society of Psychoanalysis and Philosophy) in Zusammenarbeit mit der Sigmund Freud Privatstiftung

25. März 2011, ab 14:00 Uhr

Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

 

Was ist „normal“? Was ist pervers? Wo verläuft die Grenze zwischen moralisch/amoralisch und krankhaft?

Diesen Fragen stellt sich Symposium „Does Psychoanalysis set Limits? – Authority, norms, law, …and perversion“ der internationalen Freud Research Group und der Sigmund Freud Privatstiftung am 25. März ab 14 Uhr im Sigmund Freud Museum.

Die TeilnehmerInnen aus den Bereichen Psychoanalyse, Philosophische Anthropologie, Literatur- und Kulturwissenschaften und Religionspsychologie tauschen sich regelmäßig in der internationalen Freud Research Group aus:

Andreas de Block (Universität Leuven), Marcus Coelen (Universität München), Tomas Geyskens (Universität Leuven),), Philippe Van Haute (Universität Nijmegen), Herman Westerink (Universität Wien).

Als Gastredner des Symposiums konnten Sergio Benvenuto (National Research Council, Rom) und Irene Berkel (Universität Wien) gewonnen werden.

 

Ausgangspunkt dieser internationalen Frühjahrstagung der Sigmund Freud Privatstiftung ist die Annahme, dass die Beziehung zwischen Psychopathologie und Philosophischer Anthropologie eine positive und strukturelle ist. Die Psychopathologie zeigt gleich einer Lupe jene Mechanismen der menschlichen Psyche, aus denen sich unsere Subjektivität und damit unsere moralischen Eigenschaften und Verhaltensweisen zusammensetzen. Sigmund Freud und Jacques Lacan werden als Psychopathologen im moralischen Sinne in den Fokus des Symposiums gerückt. Von maßgeblichem Interesse dabei sind Über-Ich und Gesetz, deren Entwicklung, Funktionen und Wechselwirkungen. Schließlich repräsentiert das Freudsche Über-Ich nicht nur die internalisierte öffentliche Autorität und Moralität, sondern ebenfalls amoralische Triebe, die sich der Beschränkung und Normalisierung entziehen: Das moralische Bewusstsein bewegt sich stets zwischen Perversion und kultureller Moralität.

Befindet sich die zeitgenössische Gesellschaft auch, wie allerorts beklagt wird, in einer Autoritätskrise, gewinnen doch Konformität, Normen und Werte an deutlichem Zulauf. Eine psychoanalytische Perspektive des moralischen Bewusstseins und deren Bedeutung für die moralische Theorie stellt angesichts dieser Entwicklung eine dringliche Aufgabe dar.

 

Programm 25 März, Sigmund Freud Museum, Berggasse 19:

Begrüßung: Inge Scholz-Strasser (Sigmund Freud Privatstiftung)

Moderation und Einführung: Philippe van Haute (Universität Nijmegen) Bio (PDF)

 

14.00 – 15.00:

Sergio Benvenuto (CNR Rom) - Does Perversion need the Law? Bio+Abstract (PDF)

In englischer Sprache

 

15.15 – 16.15: Panel “Perversion as moral category” Bios + Abstracts (PDF)

- Tomas Geyskens (Universität Leuven)

            - Andreas de Block (Universität Leuven)

- Irene Berkel (Universität Wien)

In englischer Sprache

Pause

 

16.45 – 17.45:

Herman Westerink (Universität Wien) – On moral responsibility Bio + Abstract (PDF)

In englischer Sprache

 

18.00 – 19.00:

Marcus Coelen (Universität München) – Über Überich? Die Frage einer heutigen Universität und ‚ihrer‘ Psychoanalyse Bio+Abstract (PDF)

In deutscher Sprache

 



Dormir avec la Raison

Symposion im Institut Francais de Vienne

Programm

Veranstaltungen

Princeton Talks

Princeton Talks

Politics and Madness. Vortrag in Englisch von Laure Murat in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei. 7. Juli 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum mehr ...

Princeton Talks

Towards a politics of re-veiling. Vortrag in Englisch von Gohar Homayounpour in Kooperation mit Princeton Global Seminar. Eintritt frei. 14. Juli 2015, 19 Uhr, Sigmund Freud Museum mehr ...

Freud and the Non-European

Buchpräsentation und Vortrag

Freud and the Non-European

Ein Dialog zwischen Alexander Etkind und Rubén Gallo (in englischer Sprache)

Dienstag, 11.1.2011, 19 h, Sigmund Freud Museum:

Begrüßung: Inge Scholz-Strasser, Direktorin Sigmund Freud Museum
Moderation: Felix de Mendelssohn 

Die Autoren Alexander Etkind und Rubén Gallo präsentieren ihre Vorträge „Freud and Russia“ und „Freud and Mexico“ über Psychoanalyse außerhalb Europas. Anschließend diskutieren sie die Rolle der Psychoanalyse in nichteuropäischen Kulturen und den Austausch zwischen Freudscher und postkolonialer Theorie.

„Freud and Russia“: Die frühe Bekanntheit, die Sigmund Freud in Russland genoss, geht auf sein langjähriges Interesse für dieses Land. Alexander Etkind, der mit seinem 1996 erschienenen Werk Eros of the Impossible eine Geschichte der Psychoanalyse in Russland vorgelegt hat, stellt in seinem Vortrag Freuds über verschiedene Texte verstreute Analysen der revolutionären Situation in Russland vor.

„Freud and Mexico“: Rubén Gallo, Verfasser des kürzlich erschienenen Buches Freud’s Mexico: Into the Wilds of Psychoanalysis, zeigt in seinem Beitrag die erstaunliche Rezeption psychoanalytischer Ideen in Mexiko in den 1920er Jahren auf: jenen Jahren, als Intellektuelle und KünstlerInnen aus der ganzen Welt Mexico-City ansteuerten, auf der Suche nach einem Heilmittel gegen die Traumata des Alten Kontinenten.

Alexander Etkind lehrt Russische Literatur und Kulturgeschichte an der Universität Cambridge und ist Fellow am dortigen King’s College. Seit 2010 leitet er die Forschungsgruppe Memory at War: Cultural Dynamics in Poland, Russia, and Ukraine in Cambridge. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter . Eros of the Impossible: The History of Psychoanalysis in Russia (1996), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, darunter auch Deutsch, demnächst erscheint Internal Colonization. Russia’s Imperial Experience.

Rubén Gallo ist Mitglied des Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung und unterrichtete 2009/10 als Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis an der Universität Wien. Er ist Associate Professor für spanische und portugiesische Sprache und Direktor des Studienprogramms für Lateinamerikanische Studien der Princeton University. 2010 erschien sein Buch Freud’s Mexico: Into the Wilds of Psychoanalysis. Zu seinen weiteren englischsprachigen Publikationen zählen Mexican Modernity: The Avant-Garde and the Technological Revolution und New Tendencies in Mexican Art (2004) sowie der von ihm herausgegebene The Mexico City Reader (2004), der auch ins Französische und Spanische übersetzt wurde.

 

Anschließend reichen unsere Partner mexikanische Erfrischungen

 

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Mittwoch, 12.1.2011, 19 h, Institut Français de Vienne:

Vortrag von Elisabeth Roudinesco (in Französisch)

Freud non-européen. Géopsychanalyse

(Freud nichteuropäisch. Geopsychoanalyse)

Begrüßung: Philippe Noble, Direktor Institut Français de Vienne

Moderator: Rubén Gallo

 

Dieser Vortrag zeigt die beiden erforderlichen Bedingungen für die geographische Ausbreitung der Psychoanalyse auf: Es handelt sich dabei einerseits um einen bereits im Vorfeld erfolgten Aufbau eines psychiatrischen Wissens: einer Wahrnehmung von Wahnsinn, die nicht länger auf der Vorstellung von mentaler Krankheit als Besessenheit göttlicher Herkunft basiert. Zum anderen ist die Existenz eines Rechtsstaates von Nöten, der die freie Ausübung von Therapien, die sich der Methode der Übertragung bedienen, sichert. Die kulturellen Differenzen und Mentalitätsunterschiede sind für die Einführung der Psychoanalyse in einem Land weniger ausschlaggebend als die beiden angeführten Bedingungen. Im Vortrag werden unterschiedliche Situationen analysiert: der lateinamerikanische Kontinent als Spiegel Europas, die anderen Kontinente in konfliktgeladener oder konfliktfreier Beziehung mit Europa. Handelt es sich um eine Ausbreitung oder aber Kolonisierung?

 

 
Élisabeth Roudinesco lebt als Psychoanalytikerin in Paris und zählt zu den führenden HistorikerInnen der Psychoanalyse. Sie unterrichtet and der Ecole doctorale du département d’histoire de l’Université Paris VII-Denis-Diderot und der École pratique des hautes études (EPHE). Ihre Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. Sie ist Präsidentin der Société internationale d’histoire de la psychiatrie et de la psychanalyse (SIHPP) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift History of Psychiatry.

 

 

Mère Folle - Österreichpremiere des Films von Mieke Bal und Michelle Williams Gamaker

multilingual mit englischen Untertiteln

Im Anschluss Gespräch mit Mieke Bal und Françoise Davoine

Moderation: Andrea Braidt .

12. November 2010, 19 Uhr

Sigmund Freud Museum

Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

Der Spielfilm Mère folle basiert auf der gleichnamigen, 1998 veröffentlichten Erzählung der französischen Psychoanalytikerin Françoise Davoine. Auf poetische Weise inszeniert er zum einen die Konfrontation zwischen der Psychoanalytikerin Françoise und ihren traumatisierten PatientInnen, zum anderen die Begegnung unserer zeitgenössischen Welt mit mittelalterlichen Narren und Närrinnen. Das Besondere am Film ist die positive Darstellung dieser „verrückten“ (psychotischen) Personen; auch die Interaktion zwischen Gesunden und Kranken – „Normalen“ und „Gestörten“ – wird als für beide Seiten konstruktive Beziehung repräsentiert: Beide können von dem/der/den jeweils „Anderen“ lernen. Als Verbindungsglieder fungieren dabei die mittelalterlichen Figuren: Selbst nicht „verrückt“, schlüpfen sie in die Rolle von Narren und Närrinnen und bringen die binäre Zuordnung von Normalität und Anormalität ins Wanken: Was schließlich ist Verrückt-Sein, inwiefern differiert es vom Verrückt-Spielen, und wie kann das eigene Sein gespielt werden?

Mieke Bal: Die niederländische Kulturtheoretikerin zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen TheoretikerInnen der Kulturwissenschaften. Seit 1991 unterrichtet sie als Professorin für Literaturtheorie an der Universität Amsterdam und war dort ab 1993 als Gründungsrektorin des Amsterdamer Instituts für Kulturwissenschaften (Amsterdam School for Cultural Analysis, Theory and Interpretation (ASCA)) tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte reichen von biblischer und klassischer Antike bis zur Geschichte des 17. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer Kunst und Literatur, Narratologie, Feminismus und Migrationskultur. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen zählen A Mieke Bal Reader (2006), Travelling Concepts in the Humanities (2002) und Narratology (2009, 3. Aufl.).MiekeBal tritt außerdem als Kuratorin und Video-Künstlerin in Erscheinung, ihre experimentellen Dokumentarfilme über Migration umfassen die Videoarbeiten A Thousand and One Day und Colony sowie die Installation Nothing is Missing.

 

Françoise Davoine: Die französische Psychoanalytikerin praktiziert in Paris, wo sie auch ein Seminar an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales leitet. In ihren Büchern vermischt sie Fiktion mit Theorie und Fallstudien, um neue Zugänge auf die Psychoanalyse als Sozialwissenschaft zu ermöglichen. Zu ihren Titeln zählen Don Quichotte, pour combattre la Mélancolie (2008), History Beyond Trauma (mit Jean-Max Gaudillière, 2004), Mère Folle (1998) und Folie Wittgenstein (1992). Sie wurde u.a. ins Englische, Spanische und Finnische übersetzt. Als Autorin der Erzählung Mère Folle hat sie auch maßgeblich an der Erstellung des Drehbuchs mitgewirkt; im Film spielt sie sich selbst.

 

Propaganda! Public Relations in Analyse

Podiumsdiskussion zum Buch „Propaganda“ von Edward Bernays

Dienstag, 30.11.2010, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien
Eintritt frei, Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

Teilnehmer:
Hannes Haas (Universität Wien, Vizedekan der Fakultät für Sozialwissenschaften)
Peter Menasse (Gesellschafter Communication Matters)
Frank Stern (Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte)

Moderator:
Nikolaus Schobesberger (Sigmund Freud Privatstiftung)

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Menschen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften.“

1928 veröffentlicht Sigmund Freuds Neffe Edward Bernays in New York sein Werk „Propaganda“, eine zentrale Schrift der Öffentlichkeitsarbeit, die Bernays’ Bedeutung als Schöpfer der Public Relations begründet. Der oben zitierte Einstiegssatz in das Buch gibt bereits die Richtung von Bernays’ Werk vor, in dessen Verlauf er den Begriff Propaganda hinter sich lässt und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung mit dem heute üblichen Begriff „Public Relations“ übertitelt. Geschicktes Nutzen der sich bietenden technischen Möglichkeiten, verknüpft mit den Erkenntnissen aus Psychoanalyse und Massenpsychologie, und Vernetzung der eigenen Anliegen mit den aufkeimenden organisierten Interessensgruppen kennzeichnen die Arbeit Bernays’. Der vernetzte Bürger als Zentrum der Macht, die Übermacht der Ökonomie über die Politik und das schrittweise Beschränken staatlichen Handelns auf Kernbereiche – diese bis heute diskutierten und als aktuell wahrgenommenen Trends machte er schon 1928 fest und stellte sie in das Zentrum seiner Beschäftigung mit gesellschaftlicher Informations- und Deutungshoheit.

Edward Bernays, 1891 als Neffe von Sigmund Freuds Ehefrau Martha in Wien geboren und 1892 mit seinen Eltern in die USA ausgewandert, unterstützte Freud bei der Publikation seiner Schriften in den Vereinigten Staaten. Für sich selbst schuf er die Berufsbezeichnung „Public Relations Berater“ und arbeitete für unterschiedlichste Interessensvertretungen und Unternehmen. Zu seinen wirksamsten Einfällen zählt die Verknappung des Begriffs „Multiple Sklerose“ auf die heute gängige Abkürzung „MS“, um eine Bewusstseinskampagne für diese Nervenerkrankung zu starten.Um den Zigarettenkonsum bei Frauen zu steigern, stattete Bernays Models mit Zigaretten der Marke „Lucky Strike“ aus, ließ sie als Frauenrechtlerinnen einen Protestmarsch durch New York abhalten und erklärte, sie würden „Fackeln der Freiheit“ entzünden, als sie ihre Zigaretten rauchten. Bernays’ Einfluss reichte in den 1930er Jahren bis nach Europa - mit tragischen Konsequenzen: So gilt Josef Goebbels als begeisterter Leser von Bernays’ erstem Werk „Crystallizing Public Opinion“. Bernays selbst bestätigte diese Geschichte in seinen Memoiren 1965 und zeigte sich geschockt über diesen Umstand. Er äußerte die Meinung, dass der Judenhass des NS-Regimes nicht auf einem emotionalen Ausbruch, sondern auf gesteuerter Propaganda basierte. Auch nach seinem Tod 1995 wird sein Werk kontrovers diskutiert, den Einen gilt er as „The Father of Spin“, den Anderen als Advokat der gezielten Manipulation öffentlicher Meinung, im Guten wie im Schlechten.


Erfolg, Geld und Seele

ExpertInnengespräch

Erfolg, Geld und Seele

ExpertInnengespräch am 11.10.2010, 19 Uhr

Sigmund Freud Museum

Berggasse 19, 1090 Wien

Im Vorfeld der internationalen Konferenz Geld und Seele (Freitag, 15. Oktober 2010) lädt die Sigmund Freud Privatstiftung am Montag, 11. Oktober 2010, ab 19 Uhr zu einem Gespräch mit ExpertInnen aus den Bereichen der Ökonomie, Medizin und Psychologie in das Sigmund Freud Museum. Während die Konferenz am 15. Oktober das komplexe Verhältnis von Geld und Seele aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und Theoriebildungen beleuchtet, rückt im Podiumsgespräch die lebensweltliche Relevanz dieses Spannungsfeldes ins Zentrum. Dabei soll der Preis, den die Menschen bereit sind, für Geld, Erfolg und Glück zu zahlen, hinterfragt werden.

Moderiert von Claus Reitan (Die Furche) diskutieren Gabriele Fischer, Regina Jankowitsch, Ulla Konrad, und Josef Mantl.

Anmeldung: veranstaltung@freud-museum.at, 01-319 1596-12

Die Podiumsdiskussion stellt die Bedeutung des (finanziellen) Erfolges und die Anstrengungen, die dafür unternommen werden, in den Mittelpunkt: ManagerInnen, UnternehmerInnen, Angestellte mit hohem Erfolgsdruck, aber zunehmend auch Angehörige des so genannten wissenschaftlichen Prekariats, sind nur allzu oft bereit, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Menschen verschleppen Erkrankungen, nehmen legale und illegale Aufputschmittel, um noch härter an ihrem Erfolg arbeiten zu können, und verzichten auf Krankenstand und Urlaub: Eine Fachärztin für Psychiatrie, eine Gesundheitspsychologin, ein Coach und ein erfolgreicher Unternehmer erörtern diese Problematik aus fachlicher und persönlicher Perspektive und bringen Sichtweisen aus Suchttherapie, Coaching und erfolgreichem Management in die Diskussion ein.

TeilnehmerInnen:

Univ.-Prof. Dr. med. Gabriele Fischer

Leiterin der Drogenambulanz/Suchtforschung an der Medizinischen Universität Wien; Vorsitzende Universitätsrat Med. Universität Innsbruck

Dr. Regina Jankowitsch, M.A.

Coach

Mag. Ulla Konrad

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

Mag. Josef Mantl, M.A.

Unternehmer (Mantl Feldgrill Group)

 

Moderator: Claus Reitan

 

Chefredakteur Die Furche

 

 

Die Podiumsdiskussion findet im Vorfeld der Konferenz „Geld und Seele“ statt:

 

Geld und Seele

Internationale Konferenz

15. 10.2010, Sigmund Freud Museum

10.30-20.00 Uhr

 

 

 

 


Geld und Seele

Internationale Tagung

 

Sigmund Freud Museum, 15.10.2010

Kaum ein Objekt des täglichen Gebrauchs zieht solche Aufmerksamkeit und Begehrlichkeiten auf sich wie das Geld. Steht ‚Seele’ für den ureigenen inneren Reichtum, so wird ‚Geld’ als Ausdrucksmittel für äußeren Reichtum gehandhabt. Gleichzeitig fungiert es als Tausch-, Kommunikations- und Bindungsmittel. Der deutsche Philosoph und Soziologe Georg Simmel erkannte schon 1900 in „Die Philosophie des Geldes“ die Bedeutung von Geld als Selbstzweck. Obwohl wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass Armut nicht unglücklich, Reichtum nicht glücklich machen muss, wird auch heute der Besitz von Geld als Garant für seelisches Wohlbefinden verstanden. Tatsächlich ist das Verhältnis von „Geld und Seele“ einerseits, von ökonomischem Handeln und emotionalen Faktoren andererseits, höchst komplex und erfordert eine mehrdimensionale Sicht und Analyse.

Die Konferenz im Sigmund Freud Museum geht diesem Spannungsfeld von „Geld und Seele“ daher aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen – Soziologie, Philosophie, Psychoanalyse, Psychologie, Wirtschaftswissenschaft und Vermögensforschung – nach. Das erste Panel (in englischer Sprache) liefert einen historischen Abriss über die unterschiedlichen philosophischen, ökonomischen und psychoanalytischen Theoriebildungen zu den beiden Gegenständen und ihren möglichen Verbindungen. Der Bogen wird von Aristoteles über Marx, Simmel und Freud hin zu Ansätzen der Heterodoxen Ökonomie geschlagen. Die Beiträge des zweiten Panels (in deutscher Sprache) hingegen sind anwendungsorientiert ausgerichtet und stellen die Bedeutung von psychologischen Kategorien und Tendenzen für die Dynamik von Finanzmärkten vor. Sie liefern Einblicke in die Welt von Multimilliardären, entwickeln einen neuen Vermögensbegriff und skizzieren die Auswirkungen gegenwärtiger globaler Mythen auf die Verfasstheit der zeitgenössischen Seele. Im dritten Panel (in englischer Sprache) wird den Verflechtungen des Ökonomischen und des Emotionalen in Form einer Buchvorstellung und Podiumsdiskussion nachgegangen. Eva Illouz diskutiert ihr Werk Saving the Modern Soul. Therapy, Emotions and the Culture of Self-Help (2008) und den Siegeszug des therapeutischen Diskurses.

Programm

Freitag 15. Oktober 2010, Sigmund Freud Museum

Panel 1, 10.30 – 13:00: Philosophie des Geldes, Psychoanalyse des Geldes

(in englischer Sprache)
Moderation: Wolfgang Müller-Funk (Universität Wien)

Alain Deneault (Université de Montréal): “Money as Cultural Preconscious. Crossed Lectures on Sigmund Freud and Georg Simmel“ (Das Geld als kulturelles Vorbewusstes. Gekreuzte Lektüren von Sigmund Freud und Georg Simmel) Abstract und Bio (PDF) 

Noam Yuran (Tel Aviv University): “Money as Repression. Views from Psychoanalysis and Heterodox Economics“ (Geld als Verdrängung. Ansichten aus Psychoanalyse und heterodoxer Ökonomie) Abstract und Bio (PDF)

Marcel Drach (Université de Paris VII): „The Two Souls of Money“ (Die beiden Seelen des Geldes) Abstract und Bio (PDF)

 

Mittagspause

 

Panel 2, 15:00 – 17:30: Kredit, Credo, Krise

(in deutscher Sprache)

Moderation: Helmut Berg

 

Thomas Oberlechner (Faculty for Psychology, Webster University Vienna): „Investment Skill Confidence and the Financial Crisis: Contributions from Social and Economic Psychology“ (Selbsteinschätzung bei Investment-Entscheidungen und die Finanzkrise: Beiträge aus der Sozialen und Ökonomischen Psychologie) - in englischer Sprache Abstract und Bio (PDF)

 

Thomas Druyen (Sigmund Freud PrivatUniversität): „Mythen des Reichtums - Skizzen einer neuen Vermögenswissenschaft“ (Myths of Fortune – Outlines of a new Science of Ethical Wealth) Abstract und Bio (PDF)

Carlo Strenger (Tel Aviv University):”’Just Do it!’ – Globaler Mythos und Seelische Realität” („Just Do it!” – Global Myth und Psychic Reality) Abstract und Bio (PDF)

 

Panel 3, ab 18:30: Die Errettung modernen der Seele

(in englischer Sprache)

Diskussion mit Eva Illouz (The Hebrew University of Jerusalem) zu ihrem letzten Buch Saving the Modern Soul: Therapy, Emotions, and the Culture of Self-Help(2008; Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe, 2009) Abstract und Bio (PDF)

TeilnehmerInnen: Felix de Mendelssohn (Sigmund Freud Privatuniversität Wien); Simon Severino(Vienna Consulting Group)

Moderation: Noam Yuran

 

15. Oktober 2010, Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

 

 

Anmeldung: office@freud-museum.at

 


„Ein weit auseinanderliegender Inblick“

Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn.

Vortrag von Monika Ankele und Lesung von Christoph Grissemann

Montag, 31. Mai 2010, 19:00 Uhr

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at, 01-319 15 96-11

Zur Vorstellung des Buches „Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn.“ (Böhlau Wien/Köln/Weimar 2009) von Monika Ankele

 

Abstract:

„Ich wollte, mein Haushalt wäre nicht so schön gehalten, dann würde man mich als Frau auch mehr vermissen“, schrieb Marta Kalchreuter als Patientin der Psychiatrischen Klinik Tübingen in einem Brief an ihren Ehemann. Für ihr 2009 im Böhlau Verlag Wien veröffentlichtes Buch „Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn“ recherchierte Monika Ankele in der ehemaligen Lehrsammlung der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg – der heutigen Sammlung Prinzhorn – Briefe, Notizen, Zeichnungen sowie textile Arbeiten von Patientinnen psychiatrischer Anstalten. Eindrucksvoll zeigt die Autorin, welchen Stellenwert unter den Gegebenheiten dieser Institutionen gewohnte Praktiken und Handlungsweisen wie sich kleiden, essen, arbeiten oder wohnen im alltäglichen Tun oder in der Erinnerung der Frauen einnehmen konnten. Die Ergebnisse ihrer Forschungen wurden vom österreichischen Bundesministerium für Frauen und Öffentlichen Dienst mit dem Käthe-Leichter-Preis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt sowie von der Stadt Wien mit dem Doc.Award ausgezeichnet. Die ausgewählten und von Christoph Grissemann vorgetragenen Texte aus dem Buch wird Monika Ankele in den Kontext ihrer Forschungsarbeit einbetten und kommentieren.

Christoph Grissemann

Fernseh- und Radiomoderator („Willkommen Österreich“, ORF; „Salon Helga, FM4), Kabarettist, Schauspieler

Monika Ankele

Historikerin, arbeitet als freie Wissenschaftlerin, Kunstvermittlerin (MUMOK Wien) und Künstlerin („Schwestern Brüll“)

 

 

Philosophy and the Clinic of the Death Drive

Vortrag in Englisch

Vortrag von Steven Miller in englischer Sprache

27. Mai, 19 Uhr im Sigmund Freud Museum

Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at, 01-319 15 96-11

Philosophy and the Clinic of the Death Drive

Because of its speculative method, Beyond the Pleasure Principle is known as Freud’s most overtly philosophical work. The psychoanalyst’s reflections on life and death situate his work within the tradition of Empedocles, Spinoza, Schopenhauer, and Nietzsche. However, an attentive reading of the text shows that Freud’s intention was not philosophical at all. The goal of his wandering meditations was not to establish a method to judge the legitimacy of human knowledge, but rather to assert that psychoanalysis can and must begin in the clinic. The death drive—which, for Freud, is exemplary of the drive in general—names the point where both analysand and analyst encounter something that remains radically unrepresentable; something that the analysand is incapable of articulating either to him- or herself or to others. And it is precisely at such a point that psychoanalysis discovers its object and most far-reaching vocation. In this sense, psychoanalysis is inherently anti-philosophical. Nonetheless, many philosophers have taken an interest in Freud’s theory precisely because of its rejection of the philosophical standpoint. Most of them simply reclaim Freud for philosophy by upholding his rejection of philosophy as the consummate philosophical act. In this respect, the work of Jacques Derrida is an exception. Rather than merely appropriating psychoanalytic concepts for philosophy, he considers that psychoanalysis is unintelligible—if not historically meaningless—if it is extracted from the limits that it sets upon itself. This lecture presents the way in which Derrida’s reading of Beyond the Pleasure Principle seeks to respect these limits to examine the consequences of this respect within Derrida’s approach to the politics of destruction.

 

Steven Miller lehrt im Sommersemester 2010 als Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis an der Universität Wien. Er ist Assistant Professor an der Fakultät für Englisch an der State University of New York in Buffalo.

 

 

Kunst und Deutung

Podiumsdiskussion

Zu den Layout-Strategien des
Internationalen Psychoanalytischen Verlages
(1919–1938)
Vortrag von Christof Windgätter
Mittwoch, 21. April 2010, 19:00 Uhr
Sigmund Freud Museum

21. April 2010, 19:00 Uhr
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at bzw. 01-319 15 96-11

Im Unterschied zur Ideengeschichte der Psychoanalyse sind deren materiale
Voraussetzungen lange Zeit ohne gesonderte Aufmerksamkeit geblieben.
Dass man dabei keineswegs nur an soziale, technische oder politische Aspekte
denken muss, hat Lydia Marinelli in ihren wegweisenden Arbeiten über die Institutionalisierungsgeschichte
des Internationalen Psychoanalytischen Verlages
gezeigt. Der Vortrag greift diese Perspektive auf, um sie medientheoretisch zu
ergänzen und zu erweitern.
Die These ist, dass der Verlag nicht nur ein wesentlicher Motor für die ›Kanonisierung‹
der frühen Psychoanalyse gewesen ist, sondern darüber hinaus auch
in paradigmatischer Weise die Einführung von Markt- und Markenbildungen
in wissenschaftliche Arbeitsprozesse anzeigt. Als Naming, Branding, Corporate
Design oder Labelling stellen sie seither und bis heute prägende Eigenschaften
des Wissenschaftsbetriebes dar. Grundlage dieser Überlegungen sind vor allem
die Verlagsbestände des Sigmund Freud Museums, in die der Vortrag einen
Einblick gewährt.

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung
Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde des Sigmund Freud Museums

Kunst und Deutung

Podiumsdiskussion

15. April 2010, 19:00 Uhr
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Teilnehmer:

Peter Pakesch
(Direktor des Universalmuseums Joanneum, Graz)
Prof. Dr. Rainer Metzger
(Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Karlsruhe)
Dr. Stephan Rudas
(Psychotherapeut und Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Wien)
Dr. Hans-Otto Thomashoff
(Psychiater, Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Kunsthistoriker, Wien)

Anmeldung erwünscht: office@freud-museum.at bzw. 01-319 15 96-11

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Ausstellung „Madness & Modernity. Kunst und Wahn in Wien um 1900“ im Wien Museum und in Zusammenarbeit mit diesem statt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen eine analytische und eine rezeptions- und wirkungsästhetische Frage: Wie und in welchem Ausmaß kann Kunst in der Therapie eingesetzt werden? Was geschieht, wenn wir Kunst deuten?

Die Impulsreferate der Teilnehmer vermitteln Einblicke in die psychotherapeutische Praxis und stellen neurowissenschaftliche Ansätze zum Kunstverständnis sowie kunst- und kulturgeschichtliche Beiträge zur Erforschung

der (Be-)Deutung in der Kunst vor. In der anschließenden gemeinsamen Diskussion sollen auch produktionsästhetische Fragen erörtert und insbesondere der Geniebegriff sowie der Mythos vom Zusammenhang von Genialität und Wahnsinn auf den Prüfstand gestellt werden. Denn trotz des Wissens um die gewichtige Bedeutung des gesellschaftspolitischen, kulturellen und historischen Kontextes für künstlerisches Schaffen wird die Vorstellung vom Künstler auch heute noch vom Geniebegriff, wie er sich zu Goethes Zeit formiert hatte, geprägt; besonders im alltäglichen Sprachgebrauch und der medialen Kommunikation ist der Geniebegriff noch weit verbreitet.


Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung in Kooperation mit dem Wien Museum
Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde des Sigmund Freud Museums

NÄHE VERBOT ORDNUNG - Genealogie im Umbruch

Internationale Tagung

Abraham opfert Isaak - morph

Die interdisziplinäre Frühjahrstagung 2010 der Sigmund Freud Privatstiftung
vom 25.-27.3.2010
beleuchtet die Umbrüche in den Familien-
und Verwandtschaftskonstruktionen zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Programm

Donnerstag, 25.3.2010

Atrium der Österreichischen Beamtenversicherung VVG, Grillparzerstraße 14, 1010 Wien      

 

 19:00    
Begrüßung:    
Karl Heinz Setinek, stv. Vorstandsvorsitzender ÖBV
Inge Scholz-Strasser, Vorstandsvorsitzende Sigmund Freud Privatstiftung

 
 Eröffnung: Peter Seitz, Abteilungsleiter Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
 Einleitung: Irene Berkel, Akademie der bildenden Künste Bio (PDF)
 Festvortrag:John Borneman, Princeton University, USA:
Intimität und das „intersubjektive Dritte“ in syrischen Begegnungen Bio/Abstract (PDF)
                       
  

 

 

   

Freitag, 26.3.2010

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien 

       

14:00 – 16:00 
Moderation: Andrea B. Braidt, Universität Wien Bio (PDF)
14:00Johannes Huber, Universität Wien
„Ich will ein Kind aber keinen Mann“. Die Neucodierung von Nähe durch die Reproduktionsmedizin Bio/Abstract (PDF)
 15:00Michi Knecht, Humboldt- Universität zu Berlin
Vom Stammbaum zum Gebüsch? Spätmoderne Genealogien in der Perspektive gegenwärtiger Verwandtschaftsethnologie
Bio/Abstract (PDF)
 16:30 – 18:30 Moderation: Daniela Finzi, Sigmund Freud Privatstiftung Bio (PDF)
 16:30   
 Karola Brede, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
Kollektives Tötungsverbot und unbewusstes Tötungstabu: Überlegungen zu Jonathan Littells Die Wohlgesinnten Bio/Abstract (PDF)
 17:30 Martin Treml, Zentrum für Literaturforschung, Berlin
Der Familienroman des Mythos. Freud und die Heroen Griechenlands, Israels, Roms Bio/Abstract (PDF)
  
19:00 - 20:00             
 Moderation: Irene Berkel, Akademie der bildenden Künste, Wien

19:00

Wilhelm Brüggen, Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse
Ödipus, das Grauen der Sphinx und die Schrecken der Freiheit Bio/Abstract (PDF)

           

     

                 

Samstag, 27.3.2010

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

 

10:30  
Filmvorführung Frozen Angels, Dokumentarfilm, D/USA, 2005
  Abschlussdiskussion

   

Einladung (PDF)

 

Über die Tagung

 

In seiner Subjekt- und Kulturtheorie erklärt Freud den Ödipuskomplex und die Anerkennung des Inzesttabus als Gesetz des Vaters zur Bedingung von Genealogie und Kultur. Diese patrilineare Konstruktion von Genealogie und ihre psychischen Bindungskräfte, die die soziale Organisation der Moderne stabilisierten, sind heute brüchig. Die heterosexuell-generative Verfassung unserer Gesellschaft ist einem grundlegenden Transformationsprozess unterworfen, der in der wachsenden Gleichberechtigung der Geschlechter, der Trennung und Verselbständigung von Sexualität und Fortpflanzung, der Anerkennung nicht-reproduktiver sexueller Orientierungen, dem Einsatz postsexueller Reproduktionstechniken und der Vielfalt neuer Lebensformen zutage tritt. Durch den Abbau von Verbotsinstanzen verändert sich die Psychodynamik im Verhältnis von Eltern und Nachkommen, Erwachsenen und Kindern, sodass der Unterschied zwischen den Generationen neu codiert, Rollen, Identifizierungen und Grenzen der Intimität neu vermessen werden.

Auf der Tagung wird der bislang wenig theoretisierten Entwicklung unter anthropologischen, ethnologischen, medizinischen, soziologischen, psychoanalytischen, religions- und kulturwissenschaftlichen Gesichtspunkten nachgegangen und seine emanzipatorische Seite diskutiert. Mit einem Dokumentarfilm über die Reproduktionsindustrie in Kalifornien und der abschließenden Diskussion endet die Tagung .

 

Im Rahmen der Konferenz wird die Installation Identität/Genotyp/Phaenotyp von Gabriele Seethaler (in Zusammenarbeit mit Franz Neuhuber, Renald Deppe und galerie Heike Curtze) in der Lounge des Sigmund Freud Museums gezeigt. Flyer (JPEG)

Mehr zur Installation: http://www.gabrieleseethaler.com/de/index/project/id/21

Konzeption: Irene Berkel, Religions- und Kulturwissenschaftlerin, Akademie der bildenden Künste, Wien

Den Festvortrag zur Eröffnung am 25. März hält John Borneman, Professor für Anthropologie an der Princeton University.

TeilnehmerInnen:

John Borneman, Princeton University
Karola Brede, Goethe-Universität Frankfurt
Wilhelm Brüggen,
Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse
Johannes Huber, Universität Wien
Michi Knecht, Humboldt-Universität zu Berlin
Martin Treml, Zentrum für Literaturforschung, Berlin

Tagungsorte:

Festvortrag 25.3. Atrium der Österreichischen Beamtenversicherung ÖBV, Grillparzerstraße 14, 1010 Wien
Tagung 26. und 27.3. Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Anmeldung: office@freud-museum.at


Die Macht der Monotheismen - Psychoanalyse und Religionen

Programm

Michelangelo - Moses

Veranstaltungsort:

Atrium der Österreichischen Beamtenversicherung ÖBV, Grillparzerstraße 14, 1010 Wien

EINLADUNG (PDF)

Donnerstag, 29.10.2009: Eröffnung

 19:00   Begrüßung: Josef Trawöger

Vorstandsvorsitzender Österreichische Beamtenversicherung VVG

Eröffnung: Peter Seitz

Abteilungsleiter Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Einleitung: Inge Scholz-Strasser

Vorstandsvorsitzende Sigmund Freud Privatstiftung

            

            Festvortrag Julia Kristeva Bio (PDF):

 "The Force of Monotheism Confronting the Need to Believe" 

In englischer Sprache

Moderation: Wolfgang Müller-Funk, Universität Wien

Anschließend Cocktailempfang im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses


Freitag, 30.10.2009: CHRISTENDOM – JUDAISM – FREUD

Vormittag: Geschlossene Gruppensitzung im Sigmund Freud Museum


14:30    Moshe Zuckermann, Tel Aviv University

“Freud’s Conception of Religion – Atheism, Emancipation and Futility” Abstract+Bio (PDF)

            Respondenz: Vivian Liska Bio (PDF), Universität Antwerpen

 

15:30    Felix de Mendelssohn, Sigmund Freud PrivatUniversität, Wien

“Many dark emotional forces .... but also a clear consciousness of the same internal psychic structure..... “
- Freud's Creation and the Jewish Tradition
Abstract+Bio (PDF)

 Respondenz: Hans-Otto Thomashoff Abstract+Bio (PDF), World Psychiatric Association

 

17:00    Wolfgang Müller-Funk, Universität Wien

            “Murder and Monotheism: A Detective Story in Close Reading” Abstract+Bio (PDF)

            Respondenz: Isolde Charim Bio (PDF), Universität Wien

Moderation: Cornelius Hell Bio (PDF), Literaturkritiker und Übersetzer

 
 

Samstag, 31.10.2009    Ritual-Sign

 

10:00    Joel Whitebook Bio (PDF), Columbia University, New York

            “Monotheism and Repudiation of Femininity”        

10:30    Fethi Benslama, Universität Paris-Diderot-Paris7

            “Islam et Psychanalyse” (mit Übersetzung ins Englische) Abstract+Bio (PDF)

11:15    Gohar Homayounpour, Beheshti University, Teheran

            “The Couch & the Chador. The interpretation of the Chador as Sign“ Abstract+Bio (PDF)      

Moderation: Wolfgang Müller-Funk


12:00    Sudhir Kakar, Psychoanalytiker, Goa

            “Psychoanalysis, Monotheism and Imagination: A View from India” Abstract+Bio (PDF)

            Respondenz: Karl Baier Bio (PDF), Universität Wien

Moderation: Inge Scholz-Strasser, Sigmund Freud Privatstiftung


15:00    Lesung in deutscher Sprache

            Peter Henisch Bio (PDF): „Der verirrte Messias“

            Anschließend im Gespräch mit Adolf Holl

 

16:30    Podiumsdiskussion in deutscher Sprache

            „Dialog und Monolog“

 TeilnehmerInnen: Susanne Heine Bio (PDF), Sudhir Kakar, Moshe Zuckermann

Moderation: Johannes Kaup, Ö1

 

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und der Sigmund Freud PrivatUniversität mit Unterstützung der Österreichischen Beamtenversicherung VVG

Programmkomitee: Wolfgang Müller-Funk, Felix de Mendelssohn, Inge Scholz-Strasser

 

 

Freud's Mexican Antiquities - Psychoanalysis and Human Sacrifice

Rube Gallo w Antiquities

Lecture by Rubén Gallo (Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis)

in english language

December 2, 2009, 7 p.m., Sigmund Freud Museum

Freud was an avid collector and over his life he acquired over 2,000 antiquities from around the world. In recent years the Greek, Roman, and Egyptian pieces in the collection have received much scholarly attention and have led to exhibitions and publications. But the collection also includes a handful of pieces from Latin America: a Peruvian Moche figure and two objects from pre-Columbian Mexico – one of which forms part of the permanent collection at the Sigmund Freud Museum in Vienna. What do these objects tell us about Freud as collector of world cultures? How do they relate to the psychoanalytic theory of the development of civilization? What is their relation to the Mediterranean objects that make up the bulk of the collection? What do they tell us about the politics of collecting? Before his death in 2003, Edward Said published a little book, Freud and the non-European, on the question of how the Freudian worldview could account for non-European cultures. Following this line of thought, Rubén Gallo will use Freud’s Mexican antiquities as a point of departure to explore the psychoanalytic view of pre-Columbian Mexico – a culture that fascinated scholars of Freud’s generation, from Walter Benjamin to Georges Bataille.  

Rubén Gallo, Director of the Program in Latin American Studies at Princeton University, is the 2009 Freud-Fulbright Scholar of Psychoanalysis. He is the author of Freud’s Mexico: into the Wilds of Psychoanalysis (forthcoming from the MIT Press), a study of Freud’s relation to Mexico. His other publications in English include Mexican Modernity: the Avant-Garde and the Technological Revolution (MIT, Winner of the Katherine Singer Kovacs Prize, 2005), New Tendencies in Mexican Art(Palgrave, 2004), and The Mexico City Reader (2004), which has been translated into French and Spanish.


On Freud’s Mexico:
…a very different picture of Freud emerges from this book: a Freud who spoke Spanish, collected Mexican antiquities and Mexican books, had Mexican dreams, and corresponded with his Mexican disciples. Freud’s Mexico will lead readers into the wilds of psychoanalysis.

In Cooperation with the Fulbright Commission und Instituto Cervantes Viena