Sonderausstellung

Brandt Junceau _ VANDAL

 

Sigmund Freud Museum, 17. Oktober 2014 – 4. Oktober 2015

 

Mit der Sonderausstellung VANDAL findet erstmalig eine künstlerische Intervention auch in Sigmund Freuds Praxisräumen statt: Die Skulpturen und Figurinen des New Yorker Künstlers Brandt Junceau greifen die Funktion der historischen Räumlichkeiten auf, fügen Freuds Behandlungs- und Arbeitszimmer neue Bedeutungsebenen hinzu und zeigen die Parallelitäten zwischen künstlerischem und psychoanalytischem Prozess auf.

Junceaus Arbeit schreibt sich wie das Werk eines Vandalen – radikal verändernd – in den musealen Kontext ein. In adaptierter Form und im Dialog mit Junceaus Intervention bleibt die Ausstellung „Freuds Reisen“ bestehen, auch die Dauerausstellung des Museums ist weiterhin zu besichtigen.

Mit VANDAL interveniert Brandt Junceau in den historischen Arbeits- und Lebensräumen des „Erfinders“ der Psychoanalyse und greift mit seinen Zeichensetzungen, die das archäologische Artefakt ins Zentrum rücken, auf augenscheinliche und gleichermaßen subtile Weise in die bestehende Struktur des Sigmund Freud Museums ein.

Für das Werk von Brandt Junceau ist die „archäologische Metapher“, wie sie in Freuds kulturwissenschaftlichen und psychoanalytischen Theorien zur Anwendung gelangt, kennzeichnend. Das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart, wie es der „Künstler als Geschichtsforscher“ in seinen Arbeiten untersucht und zur Darstellung bringt, weist dabei starke Übereinstimmungen mit der Praxis der Psychoanalyse und ihren Intentionen auf.

Brandt Junceau _ VANDAL

Sigmund Freud Museum, 17. Oktober 2014 – 4. Oktober 2015

Täglich 10-18 Uhr

 

 

 

Freuds Reisen. Kulturelles Erfahren - psychoanalytisches Denken

Sigmund Freud Museum, 7. März – 5. Oktober 2014, verlängert bis 4. Oktober 2015 mit Intervention Brandt Junceau _ Vandal

 

Die Sonderausstellung „Freuds Reisen. Kulturelles Erfahren – psychoanalytisches Denken“ im Sigmund Freud Museum geht ab 7. März 2014 den zahlreichen Reisen nach, die Sigmund Freud beruflich und privat unternahm. Anlässlich Freuds 75. Todestages am 23. September 2014 wird die erzwungene Flucht vor den Nationalsozialisten nach England beleuchtet. Diese letzte Reise führte dazu, dass er nicht in seiner Heimatstadt verstarb, sondern in London. Das Exil ermöglichte ihm, wie er anmerkte, „to die in freedom“. Im Zentrum der Ausstellung stehen weiters die Übersiedlung der Freuds von Pribor nach Wien als erste Reise des dreijährigen Sigmund, Rundreisen an antike Schauplätze in Italien und Griechenland sowie die 1909 per Schiff unternommene Vortragsreise an die US-Ostküste. Erstmalig sind in Freuds ehemaligen Privaträumen in konzentrierter Form Dokumente und Bilder von den Aufenthalten im In- und Ausland zu sehen. Während die ständige Ausstellung Einblicke in Sigmund Freuds Schaffen inmitten seiner Arbeitsräume – seiner ‚Gedächtnishöhle‘ – vermittelt, verweist die Sonderausstellung auf die zentrale Rolle, die weltweite Schauplätze in seinem Leben spielten.

Die Ausstellung hat es sich mittels einiger erstmals öffentlich gezeigter Objekte zur Aufgabe gemacht, neben dem Reisen als Erholungs- und Genusserlebnis auch die Bedeutung für Freuds theoretische Arbeit zu untersuchen und eröffnet damit völlig neue Blickwinkel auf die Urlaube und Arbeitsreisen Freuds.

 

Freuds Reisen

Die Zeit von Mitte der 1890er Jahre bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 markiert den Höhepunkt der Reiseaktivitäten Freuds. Mehrwöchigen Familienurlauben in den österreichischen Alpen oder in Bayern folgten zumeist ausgedehnte Rundreisen in der Begleitung von Familienangehörigen oder Kollegen. Als begeisterter Anhänger der klassischen Kultur besuchte Sigmund Freud immer wieder Italien und auch Griechenland; seine Reisen führten ihn zudem nach Kroatien, England und in die Niederlande sowie 1909 in die Vereinigten Staaten. 1938 flüchtete die Familie vor den Nationalsozialisten über Paris nach London, wo er 83-jährig am 23. September 1939 verstarb. Seine Urlaube ebenso wie Reiseeindrücke aus der Kindheit hatten Einfluss auf die Theoriebildung und stellen einen bedeutenden Faktor in der Entwicklung der Psychoanalyse dar.

Freuds Reisen. Kulturelles Erfahren – psychoanalytisches Denken

Sigmund Freud Museum, verlängert bis 4. Oktober 2015 mit Intervention Brandt Junceau _ Vandal

Täglich 10-18 Uhr

Kuratorinnen: Daniela Finzi, Simone Faxa

Mit Dank an: Inge Scholz-Strasser, Monika Knofler; Frank Stern (wissenschaftliche Beratung)

www.freud-museum.at

 

 

 

 

 

SIGALIT LANDAU _ COMPRESSED HOUSEHOLD 1996 - 2010

 

Sigmund Freud Museum, Schauraum Berggasse 19, 6. November 2014 - 22. April 2015

Die israelische Künstlerin Sigalit Landau verbrachte ihre ersten Lebensjahre an der Grenze zum arabischen Teil Jerusalems, in Philadelphia und in London, bevor sie 1979 im Alter von zehn Jahren nach Israel zurückkehrte. Der politische Alltag Israels sowie die Familiengeschichte ihrer aus Wien und der Bukowina stammenden Vorfahren bilden den Ausgangs- und Fluchtpunkt der Künstlerin. Zahlreiche installative und performative Arbeiten von Landau kreisen um Themen wie Nomadismus, Grenzen, Gemeinschaft und Erinnerung(sverlust). In ihren künstlerischen Arbeiten werden dabei sowohl individuelle wie kollektive Erfahrungen manifest. Der psychoanalytischen Arbeit vergleichbar setzt Landau Erinnern als Mittel ein, das dem Unbewussten hilft, Dinge auf sich beruhen zu lassen, vergessen zu können.

 „Compressed Household“ vergegenwärtig die janusköpfige Dimension von Erinnerungen: Fragilität wie auch zerdrückende Last. Zwei Stangen pressen persönliche Gegenstände aus dem Hausrat ihres Elternhauses zusammen und halten diese gleichzeitig in Schwebe.

SIGALIT LANDAU _ COMPRESSED HOUSEHOLD 1996 - 2010

Sigmund Freud Museum, Schauraum Berggasse 19, 6. November 2014 - 22. April 2015

Courtesy: Pommeranz Collection